The Sake Wire

Kanosuke und Saburomaru: ein Whisky aus getauschten Destillaten

Die Kanosuke-Destillerie in Kagoshima hat eine Reihe gestartet, in der sie Destillate mit anderen Brennereien tauscht; die erste Ausgabe ist ein Blended Malt mit der Saburomaru-Destillerie in Toyama.

Im Inneren einer Whisky-Destillerie mit aufgereihten Pot Stills
Im Inneren einer Whisky-Destillerie mit aufgereihten Pot Stills — Foto: François Hoppet (Unsplash)

Die Kanosuke-Destillerie (KANOSUKE) in Hioki in der Präfektur Kagoshima, am südlichen Ende Japans, hat im Juni 2026 eine neue Reihe gestartet. In der „Kanosuke Collaboration Series“ tauscht sie Destillate mit Brennereien im In- und Ausland, um neue Blends zu schaffen. Die erste Ausgabe, „01 KANOSUKE×SABUROMARU“, ist ein Blended Malt, der Destillat der Saburomaru-Destillerie in Tonami, Präfektur Toyama, an der Japanischen See enthält. Er kam am 18. Juni in limitierter Menge auf den Markt. Ein Blended Malt ist ein Whisky, der ausschließlich aus Malt-Whiskys mehrerer Destillerien gemischt wird.

Der Mellow-Charakter einer Shochu-Brennerei und der Torf der ältesten Destillerie Hokurikus

Betrieben wird Kanosuke von einer Familie, die seit 140 Jahren Shochu herstellt, einen traditionellen japanischen Brand. 1957 brachte sie als erste in Japan einen im Fass gereiften Reis-Shochu auf den Markt. Mit dieser Erfahrung eröffnete sie 2017 die Destillerie und setzt auf einen weichen, fruchtigen „mellow“ Geschmack, gereift unter anderem in „Shochu Re-charred Casks“, also Fässern, die zur Shochu-Reifung dienten und neu ausgebrannt wurden. Die Saburomaru-Destillerie wiederum stellt seit 1952 Whisky her und ist die älteste Destillerie der Region Hokuriku. Sie legt Wert auf rauchigen Geschmack und ist auch für „ZEMON“ bekannt, die weltweit erste gegossene Pot Still, gefertigt mit lokaler Kupfergusstechnik. Beide begannen 2017 ernsthaft mit der Whiskyherstellung und gehören damit auch derselben Generation von Erzeugern an.

Das Konzept „Mellow Meets Peated“

Goldfarbener Whisky in einem Verkostungsglas
Goldfarbener Whisky in einem Verkostungsglas — Foto: Michael M (Pexels)

Das Thema lautet „Mellow Meets Peated“ (Mellow trifft Torf). Das fruchtige Destillat von Kanosuke bildet die Basis, darüber liegt das klar konturierte, getorfte Destillat von Saburomaru. Der Torfrauch steht nicht im Vordergrund, sondern ist mit der Frucht in Einklang gebracht. Gründer und Master Blender Yoshitsugu Komasa sagt, der Charakter getorfter Destillate hänge stark von Anlagen und Reifebedingungen ab. Gerade der Gegensatz zwischen dem weichen Kanosuke und dem kraftvollen Saburomaru habe eine Balance ermöglicht, die keines allein erreichen könne. Die offiziellen Verkostungsnotizen nennen Meeresbrise, Grapefruit, Litschi, Honig, schwarzen Pfeffer und Jod. Der Alkoholgehalt beträgt 50 %, die unverbindliche Preisempfehlung in Japan 22.000 Yen (inkl. Steuer).

Eine Flasche als Gegenstück

Zwei Gläser Whisky in unterschiedlichen Farbtönen nebeneinander
Zwei Gläser Whisky in unterschiedlichen Farbtönen nebeneinander — Foto: Pixabay (Pexels)

Am selben Tag brachte die Saburomaru-Destillerie auch „Saburomaru Ryuko DOUBLE DISTILLERY SABUROMARU×KANOSUKE“ heraus, entstanden aus demselben Destillattausch. Hier bildet die Rauchigkeit von Saburomaru das Rückgrat, die Süße von Kanosuke sorgt für Rundheit. Der Reiz des Projekts liegt darin, dass dieselbe Kombination von Destillaten zwei unterschiedliche Whiskys ergibt, je nachdem, welcher Charakter die Hauptrolle spielt. Die Reihe soll ab 02 mit weiteren Destillerien fortgesetzt werden.

In der Ankündigung wird der Verkauf beider Flaschen in Europa nicht erwähnt. Es handelt sich um limitierte Auflagen, und die Markteinführung liegt mehr als vier Monate zurück; die Verfügbarkeit sollte daher beim Händler erfragt werden. Wer sie in einem Fachgeschäft für japanischen Whisky entdeckt, erkennt die Unterschiede am besten, indem er beide nebeneinander riecht. Bei 50 % empfiehlt es sich, zunächst pur zu riechen und dann ein wenig Wasser zuzugeben, um zu sehen, wie sich Meeresluft und Fruchtaromen entfalten. Wer stark getorften Whisky gewohnt ist, empfindet einen Aufbau, in dem der Rauch die Frucht stützt statt zu führen, vielleicht als frisch.

Quellen

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.

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