The Sake Wire

Aichi unterstützt erstmals Sake-Brauereien und gleicht die Hälfte des Reispreisanstiegs aus

Während ein Mangel an Speisereis die Preise für Sake-Reis in die Höhe treibt, hat die Präfektur Aichi erstmals Fördergelder für Brauereien in einen Nachtragshaushalt aufgenommen und übernimmt die Hälf

Reis und Reisähren, die zum Sake-Brauen verwendet werden
Reis und Reisähren, die zum Sake-Brauen verwendet werden — Foto: Mari M (Pexels)

Die Präfektur übernimmt die Hälfte der Preissteigerung

Die Präfektur Aichi liegt in Zentraljapan, ihre Hauptstadt ist Nagoya. Sie gilt vor allem als Industrieregion, doch es gibt dort weiterhin alteingesessene Sake-Brauereien. Am 29. Juni 2026 gab Aichi einen Nachtragshaushalt für Juni in Höhe von rund 3,6 Milliarden Yen bekannt, mit dem unter anderem auf steigende Energiepreise reagiert werden soll. Darin enthalten sind rund 138 Millionen Yen an Fördergeldern für Sake-Brauereien. Es ist das erste Mal, dass Aichi Sake-Brauereien über einen Nachtragshaushalt unterstützt. Der Förderbetrag errechnet sich, indem die Hälfte der Preissteigerung beim Sake-Reis mit der Menge an Sake-Reis multipliziert wird, die eine Brauerei in einem Jahr verwendet. Die durch den Preisanstieg entstandene Mehrbelastung teilen sich also Präfektur und Brauerei je zur Hälfte. Auf einer Pressekonferenz betonte Gouverneur Hideaki Omura die Bedeutung der Unterstützung: Sake-Brauereien seien Vertreter der lokalen Industrie und die Marke der Region schlechthin.

Warum ist selbst Sake-Reis teurer geworden?

Ein Reisfeld zur Erntezeit
Ein Reisfeld zur Erntezeit — Foto: Chen Te (Pexels)

Der wichtigste Rohstoff von Sake ist Reis. Viele Brauereien verwenden “Sakamai” (Sake-Reis, offiziell “Shuzo Kotekimai”), Sorten, die sich zum Brauen eignen, mit großen Körnern und viel Stärke im Kern. In Japan herrscht seit einigen Jahren ein Mangel an Speisereis, also dem Reis für die täglichen Mahlzeiten, und die Preise sind stark gestiegen. Das wirkt sich auch auf Sake-Reis aus: Die Preise steigen weiter, und die Beschaffung ist schwierig. Laut der Wirtschaftsauskunftei Teikoku Databank gibt es sogar Fälle, in denen Sake-Reis der Ernte 2025 um mehr als 40 % teurer war als der des Vorjahres. Für kleine und mittlere Brauereien, bei denen die Rohstoffkosten stark ins Gewicht fallen, ist das eine schwierige Lage.

Kommunale Unterstützung breitet sich in der Region Chubu aus

Aufgereihte Sake-Flaschen (Symbolbild)
Aufgereihte Sake-Flaschen (Symbolbild) — Foto: Andy Lee (Pexels)

Aichi steht damit nicht allein. Die Nachbarpräfekturen Gifu und Mie haben bereits Fördergelder für Sake-Brauereien in ihre Haushalte aufgenommen. Dass Kommunen die Rohstoffkosten direkt ausgleichen und dies in der Region Chubu Schule macht, lässt erkennen, dass der starke Anstieg der Sake-Reis-Preise als Frage des Fortbestands der regionalen Industrie verstanden wird.

Für alle, die in Europa Sake genießen, bietet diese Nachricht einen Anhaltspunkt, mehr über den Hintergrund einer Flasche zu erfahren. Wie sich das auf Exportpreise und Versorgung auswirkt, ist noch unklar, doch die steigenden Kosten für den Rohstoff Reis sind für die Brauer ein drängendes Problem. Prüfen Sie beim Kauf auf dem Etikett oder in der Beschreibung des Importeurs, welche Reissorte verwendet wurde und wie hoch der Polierungsgrad (Seimai Buai) ist. Der Polierungsgrad gibt den Anteil des Reiskorns an, der nach dem Abschleifen der äußeren Schichten übrig bleibt; je kleiner die Zahl, desto mehr wurde abgeschliffen. Wer den Reis und die Verhältnisse in seiner Anbauregion kennt, nimmt den Geschmack eines Glases vielleicht anders wahr. Wenn Sie Sake aus Brauereien in Aichi, Gifu oder Mie sehen, greifen Sie doch einmal zu einer Flasche als Erzeugnis einer Region, die trotz höherer Rohstoffkosten weiterbraut.

Quellen

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.

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