The Sake Wire

Kaminokuni Winery aus Hokkaido exportiert erstmals nach Kasachstan

Die Kaminokuni Winery aus Hokkaido verkauft in einem Supermarkt für japanische Waren in Astana eine Sonderedition mit kasachischen Etiketten – ihr erster Schritt ins Ausland.

Die abgefüllten Weine des Weinguts und der Weinberg
Die abgefüllten Weine des Weinguts und der Weinberg — Foto: Heinz Reisenhofer (Pexels)

Die Kaminokuni Winery in der kleinen Stadt Kaminokuni (Kaminokuni-cho) an der Küste des Japanischen Meeres im Südwesten Hokkaidos hat erstmals eigenen Wein ins Ausland geliefert. Das Ziel ist keine Großstadt in Europa oder Asien, sondern Kasachstan in Zentralasien. Im “Onono.Kz”, einem auf japanische Produkte spezialisierten Supermarkt, der am 3. Oktober 2026 in der Hauptstadt Astana eröffnet wurde, ist eine Sonderedition mit kasachischen Etiketten in den Verkauf gegangen.

Ein kleines Weingut im Norden, entstanden in einer stillgelegten Schule

Rebzeilen auf kühlen Hügeln im Herbst
Rebzeilen auf kühlen Hügeln im Herbst — Foto: Lukáš Kulla (Unsplash)

Die Kaminokuni Winery wird von der 2019 gegründeten Kaminokuni Kaihatsu Co., Ltd. betrieben. Die Anlage entstand durch den Umbau eines nicht mehr genutzten Schulgebäudes der Stadt und vereint Weingut und Satellitenbüro (einen gemeinsam genutzten Arbeitsplatz, an dem Unternehmen und Privatpersonen aus der Stadt auf dem Land arbeiten können). Hier kümmert sich das Unternehmen um alles vom Anbau der Keltertrauben über die Weinbereitung bis zum Verkauf; bislang verkaufte es seine Originalweine vor allem im Laden vor Ort und bei regionalen Veranstaltungen. Hokkaido ist die nördlichste der großen Inseln Japans und zugleich eine Region, in der sich ein Weinbau ausbreitet, der das kühle Klima nutzt.

Das erste Regal im Ausland, in der Sprache vor Ort

Weinflaschen im Ladenregal
Weinflaschen im Ladenregal — Foto: Kalilou Tirera (Pexels)

Diese Lieferung ist die erste Auslandsexpansion des Weinguts. Damit die Verbraucher vor Ort leichter zugreifen, wurde eigens eine Version mit kasachischen Etiketten vorbereitet. Kleine Erzeuger exportieren oft mit unveränderten japanischen oder englischen Etiketten. Dass sich das Weingut hier der Landessprache angepasst hat, ist daher eine aufwendige und bewusste Entscheidung.

Laut der Mitteilung wächst in Kasachstan das Interesse an japanischem Essen und japanischen Produkten. Das Weingut sagt, es wolle “Onono.Kz” als Sprungbrett nutzen, um seine Bekanntheit im Ausland zu steigern und seine Absatzwege zu erweitern. Verglichen mit Sake und Whisky ist der Export japanischen Weins noch gering, und der Vorstoß in den neuen Markt Zentralasien verdient als Entwicklung der Branche Beachtung.

Die Weine der Kaminokuni Winery werden derzeit nicht in Europa vertrieben. Dennoch begegnet man Weinen aus Hokkaido allmählich häufiger. Bei der Suche im Fachhandel lohnt es sich, auf die Angabe “Nihon Wine” (japanischer Wein) auf dem Etikett zu achten. In Japan darf diese Bezeichnung nur für Wein verwendet werden, der ausschließlich aus im Inland geernteten Trauben besteht und im Inland hergestellt wurde; so lässt er sich von Weinen aus importierten Rohstoffen unterscheiden. Weine aus Hokkaido gelten als oft frisch und säurebetont, was das kühle Klima widerspiegelt, und ihr Charakter kommt zu Fischgerichten oder schlichter japanischer Küche gut zur Geltung. Die Bewegung kleiner japanischer Erzeuger, die auf eigenen Wegen in die Welt hinausgehen, dürfte sich fortsetzen.

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