Japanischer Wein erreicht ein Plateau und setzt auf höhere Preisklassen
Japan hat inzwischen über 500 Weingüter, doch hohe Preise und Traubenknappheit bremsen den Markt; die Erzeuger suchen Wachstum bei Weinen der mittleren und oberen Preisklasse mit höherer Wertschöpfung

Laut einer Sonderreportage der japanischen Fachzeitung für die Lebensmittelbranche Nihon Shokuryo Shimbun vom Juni 2026 befindet sich Japans Weinmarkt auf einem „Plateau“. Die Zahl der Weingüter im Land überschritt 2025 die Marke von 500 und wächst weiter, doch wegen der hohen Preise stagniert die Nachfrage nach Wein als Genussmittel. In Japan wird Wein, der ausschließlich aus im Inland angebauten Trauben besteht und im Land gekeltert wurde, „Japanwein“ (Nihon Wine) genannt; davon unterscheidet man „inländischen Wein“ (Kokusan Wine), für den auch importierter Traubensaft und Ähnliches verwendet werden darf.
Mehr Erzeuger, aber der Absatz stockt

Am deutlichsten ist die Schwäche im Niedrigpreissegment. Da die Lebenshaltungskosten steigen, wandern Menschen, die früher erschwinglichen Wein tranken, zu Bier und zu RTDs (Ready-to-drink) ab, alkoholarmen Fertiggetränken in der Dose. Zudem fehlt es an Trauben, sodass auch die Beschaffungskosten gestiegen sind und der Anteil der Herstellungskosten am Umsatz stark zugenommen hat. Ein Geschäft, das auf Menge setzt, wird dadurch schwieriger.
Die Großen zielen eine Stufe höher

Deshalb konzentrieren sich die Unternehmen auf die mittlere und obere Preisklasse, in der es noch Wachstumsspielraum gibt. Sapporo Breweries nutzt den Vorteil eigener Weinberge, um die Spitzenreihe „Single Vineyard“ seiner Japanwein-Marke Grande Polaire auszubauen. Manns Wine bietet die Premiummarke Solaris der Gastronomie, etwa Restaurants, an und will damit eher die Bekanntheit steigern als große Mengen absetzen. Der Großhändler Kokubu Group weitet die Marke JWINE, an der 17 Weingüter beteiligt sind, landesweit aus und betont, wie gut die Weine zur japanischen Küche passen.
Unterstützung schon im Weinberg

Mercian unterstützt das Weingeschäft von Biei Farm, die in Hokkaido Milchwirtschaft und Käseherstellung betreibt, schon bei der Auswahl der Setzlinge und beim Pflanzen. So früh ist das Unternehmen noch nie eingebunden gewesen. In der Präfektur Oita auf Kyushu eröffnete Sanwa Shurui 2001 das Weingut Ajimu Budoshu Kobo und stellt seit 25 Jahren Wein her. Zugleich will Mercian mit Schaumwein in der Dose neue Trinker wie jüngere Generationen gewinnen und den Markt sowohl mit der oberen Preisklasse als auch mit unkomplizierten Dosen erweitern.
So genießt man ihn in Europa

Da sich die Unternehmen auf die mittlere und obere Preisklasse konzentrieren, dürften die japanischen Weine, die man künftig in Europa findet, vor allem Produkte sein, die Herkunft und Weinberg betonen. Bei der Suche im Fachhandel oder online lohnt es sich, darauf zu achten, ob auf dem Etikett „Japanwein“ steht und ob der Name einer einzelnen Lage genannt wird. Wie die Hersteller empfehlen, lässt sich die Feinheit japanischer Weine am besten zu Fischgerichten oder leichten Gerichten mit Dashi erkennen.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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