Japans Alkoholsteuerreform: Große neue Marken für die höher besteuerten RTDs
Bei Japans Steuerreform vom 1. Oktober wurden RTDs wie Dosen-Chuhai teurer, doch Großhersteller sehen eine Chance und bringen große neue Marken heraus.
Japan hat am 1. Oktober 2026 seine Alkoholsteuer überarbeitet. Die Fachzeitung Nihon Shokuryo Shimbun bezeichnet die Änderung als die “letzte” Stufe einer Reihe von Reformen. Die meiste Aufmerksamkeit erhielt das Bier, dessen Steuer gesenkt wurde, doch das stärkste künftige Wachstum erwartet die Zeitung bei den RTDs, die höher besteuert werden. RTD steht für “Ready to Drink” und bezeichnet alkoholische Getränke, die man direkt aus der Dose trinken kann. In Japan ist das bekannteste Beispiel Dosen-Chuhai, eine Mischung aus Destillat und Fruchtsaft oder Soda.
Preisvorteil trotz Steuererhöhung
Laut Nihon Shokuryo Shimbun gehen die großen Hersteller davon aus, dass RTDs auch nach der Steuererhöhung noch einen Preisvorteil haben. Auch die große Geschmacksvielfalt ist eine Stärke. Die Unternehmen haben es vor allem auf Verbraucher abgesehen, die bei einer Änderung der Steuersätze etwas anderes als ihr gewohntes Getränk ausprobieren oder mehrere Produkte kaufen, um sie zu vergleichen. Da Bier günstiger und RTDs teurer werden, kann sich der Geschmack der Verbraucher in dieser Zeit leicht verschieben. Die Hersteller sehen darin keine Phase, in der sie Kunden verlieren, sondern eine, in der sie neue gewinnen können.
Neue Schritte von Suntory und Sapporo

Suntory hat die Einführung einer großen neuen Marke angekündigt: “The Dry”, gedacht für Bierliebhaber. Laut der Zeitung ist es die zweite Veröffentlichung dieser Linie. Sapporo Breweries stellt die Zufriedenheit durch einen “kräftigen” Geschmack als gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (“Cospa”) heraus und spricht damit Verbraucher an, die unter steigenden Preisen leiden. Die Zeitung schreibt, die Aktivitäten der Unternehmen würden immer heftiger, und erwartet, dass der Wettbewerb auch nach dem Oktober anhält.
Diese Entwicklung betrifft auch den Sake. Das Fachmedium SAKE Street berichtet, dass es, während die Märkte für Bier und RTDs wachsen und der Sake-Konsum sinkt, immer mehr Sake in kleinen Gebindegrößen gibt. Außerdem wird die Frage aufgeworfen, ob Sake mit geringerem Alkoholgehalt preislich mit Dosen-Chuhai konkurrieren kann. Der Schwung der RTDs regt die Sake-Hersteller dazu an, über neue Produkte nachzudenken.
Worauf europäische Leser achten können

Japanisches Dosen-Chuhai taucht allmählich auch in Europa auf, etwa in asiatischen Lebensmittelgeschäften. Beim Kauf lohnt es sich, den Alkoholgehalt und die Art der Basisspirituose auf der Dose zu prüfen; so lassen sich die Unterschiede zwischen den japanischen RTD-Stilen leichter erkennen. Wer es zu Hause probieren möchte, mischt einfach Shochu oder Sake mit Sprudelwasser und gibt eine Zitrusscheibe dazu. Welche Geschmacksrichtungen die großen japanischen Hersteller künftig bei den RTDs herausbringen, liefert auch Hinweise auf die Richtung der japanischen Getränke, die nach Europa gelangen.
Quellen
- 日本食糧新聞「あす酒税改定 RTD、増税も好機に 大型ブランド投入も」
- SAKE Street「なぜ今、小さい日本酒が求められているのか?:小容量化する日本酒 (1/2)」
- SAKE Street「低アル日本酒は酎ハイと勝負できるのか? - 日本酒の度数はどこまで下がる?(後編)」
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
Akita-Sake in der EU probieren – ab €6
180-ml-Probierflaschen und volle Flaschen Sake, Wein, Bier und Gin, Versand aus Amsterdam innerhalb der EU.

