Honkaku-Shochu 2025 um 2,7 % rückläufig: Neue Trinker durch aromatische Stile und Bars
Der Absatz von Honkaku-Shochu sank 2025 auf rund 330.000 kl, doch aromatische Stile, Soda-Mixes und Barcocktails sollen neue Trinker gewinnen.

Der Markt für Honkaku-Shochu, den japanischen Destillat, schrumpft weiter, doch es zeigen sich auch Anzeichen für eine Abflachung des Rückgangs. Laut einer Sonderseite, die die Nihon Shokuryo Shimbun im Mai 2026 zusammengestellt hat, belief sich die versteuerte Abgabemenge 2025 nach Angaben der Japan Sake and Shochu Makers Association auf 331.451 Kiloliter, 2,7 % weniger als im Vorjahr. Die versteuerte Abgabemenge ist die Menge, die die Brauerei verlässt und der Alkoholsteuer unterliegt. Der Rückgang hält an, ist aber etwas kleiner geworden. Honkaku-Shochu ist ein Destillat, das aus Zutaten wie Süßkartoffeln, Gerste und Reis mit Koji vergoren und einfach destilliert wird, sodass der Charakter der Rohstoffe erhalten bleibt.
Süßkartoffel und Gerste liefern sich ein knappes Rennen um Platz eins
Nach Rohstoff ist Süßkartoffel-Shochu mit 144.716 Kiloliter (43,7 % Anteil) die größte Kategorie, 1,0 % weniger und damit nahezu stabil. In den vergangenen Jahren war sie wegen der Süßkartoffelkrankheit Schwarzfäule stark gesunken, doch dank der Verbreitung der neuen, krankheitsresistenten Sorte Michishizuku hat sich die Wirkung abgeschwächt und der Rückgang ist kleiner geworden. Gersten-Shochu kam auf 144.374 Kiloliter (43,6 %), 3,2 % weniger. Den im Vorjahr eroberten ersten Platz musste er wieder an die Süßkartoffel abgeben, der Abstand beträgt aber nur 0,1 Prozentpunkte. Reis-Shochu lag bei 27.639 Kiloliter (5,0 % weniger), Buchweizen-Shochu bei 4.884 Kiloliter (9,1 % weniger). Sonstige Rohstoffe wie Sesam, brauner Zucker und Sake-Kasu kamen zusammen auf 9.838 Kiloliter (9,2 % weniger).
“Aromatische” Stile und Soda-Mixes als neuer Einstieg

Aromatischer Shochu, der fruchtige Noten hervorhebt, blieb kein kurzlebiger Trend und hat sich als eigene Kategorie im Regal etabliert. Laut der Sonderseite war das limitierte “TROPICAL TIGER” von Kosei Jozo bereits in der Bestellphase ausverkauft, und das Unternehmen plant, es in diesem Jahr in größerer Menge auf den Markt zu bringen. Hamada Shuzo hat “CHILL GREEN”, das sich hauptsächlich an Menschen in ihren Zwanzigern richtet, um eine zweite Ausgabe, “bitter & tropical”, ergänzt. Takara Shuzo bietet Dosen mit seinem Süßkartoffel-Shochu “ISAINA” in Soda mit Zitrone an. Mit der wachsenden Zahl einfacher Soda-Mixes greifen auch Einsteiger leichter zur Flasche. Die Sonderseite weist jedoch darauf hin, dass die Herausforderung darin besteht, dass ihr Reiz noch nicht genug neue Trinker erreicht.
Bars und Cocktails für neue Trinker
Die Japan Sake and Shochu Makers Association will die 2025 offiziell gestartete Verbreitung der “Basic Cocktails” 2026 weiter vorantreiben. Durch den Austausch von Rezepten in der Branche sollen Shochu und Awamori (ein Destillat aus Okinawa) als Standardcocktails bekannt werden, die jede Bar zubereiten kann. Sanwa Shurui erschließt weiter den Barmarkt, und Kirishima Shuzo schlägt in den USA Speisenbegleitungen vor.
Wer in Europa Honkaku-Shochu auswählt, sollte zunächst auf die Rohstoffangabe auf dem Etikett achten. Süßkartoffel, Gerste und Reis unterscheiden sich deutlich in Aroma und Mundgefühl, daher ist es eine schöne Möglichkeit, mehrere Flaschen desselben Rohstoffs nebeneinander zu probieren. Bei den neuen aromatischen Flaschen kommt mit Eis und Soda das fruchtige Aroma zur Geltung, was auch für Liebhaber von Gin- oder Whisky-Highballs vertraut sein dürfte. Dass die japanische Barbranche Standardcocktails etabliert, kann auch für europäische Barkeeper ein Anlass sein, Shochu als Cocktailbasis auszuprobieren.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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