Craft-Bier aus Gifu, vergoren mit wilder Hefe von Trauben
Die Kamado Brewery in Mizunami, Präfektur Gifu, hat mit natürlicher Hefe von lokalen Rotweintrauben das neue Bier „Bonjour Bon Rouge“ gebraut.

Gifu ist eine Binnenpräfektur nördlich von Nagoya, fast genau in der Mitte Japans. In Kamado-cho in Mizunami, im Osten der Präfektur, hat die Craft-Brauerei Kamado Brewery ein neues Bier namens „Bonjour Bon Rouge“ gebraut. Für die Gärung wird natürliche Hefe verwendet, die von Weintrauben gewonnen wurde. Laut der Regionalzeitung Chunichi Shimbun zeichnet sich das Bier durch ein weinartiges Aroma und eine traubentypische Säure aus. Der Verkauf begann am 2. Oktober.
Hefe aus Rotweintrauben
Die Hefe stammt von Rotweintrauben, die in der Stadt Gifu angebaut wurden. Gewonnen hat sie Kentaro Hisamatsu (34), leitender Forscher am Lebensmittelwissenschaftlichen Institut der Präfektur Gifu, einer Forschungseinrichtung der Präfektur. Mit Unterstützung von Professor Tomoyuki Nakagawa von der Fakultät für Angewandte Biowissenschaften der Universität Gifu, dessen Fachgebiet die Lebensmittelmikrobiologie ist, prüfte Hisamatsu in Probebrauen, ob sich diese Hefe für Craft-Bier eignet. Danach stellte er sie der Kamado Brewery zur Verfügung.
Die meisten Biere werden mit handelsüblicher, reinzüchtig kultivierter Hefe vergoren. Wenn man die Hefe verwendet, die von Natur aus auf der Fruchtschale sitzt, erhält das Bier ein eigenständiges Aroma. Andererseits ist es aufwendig, zu prüfen, ob die Gärung ordnungsgemäß verläuft. Diesmal haben das Institut und die Universität diese Prüfung vorab übernommen. Das ist das wichtigste Merkmal dieses Biers.
„Lokale Hefe“ aus der Zusammenarbeit von Institut und Brauerei

In Japan haben die Forschungseinrichtungen der Präfekturen in vielen Regionen eigene Hefen für ihr Gebiet entwickelt und lokalen Sake-Brauereien zur Verfügung gestellt. Dieses Bier lässt sich als Ausweitung dieses Systems auf Craft-Bier verstehen. Das neue Bier wurde unter dem Namen „Gifu Style“ auf den Markt gebracht. Der Firmenchef Higashi und der Braumeister Kadokawa stellen es vor. Alles, vom Anbau der Trauben über die Gewinnung und Prüfung der Hefe bis zum Brauen, fand innerhalb der Präfektur Gifu statt. Es ist ein Bier, in dem die Mikroorganismen der Region im Mittelpunkt des Geschmacks stehen.
So genießt man es in Europa

Bislang gibt es keine Informationen über einen Export, deshalb dürfte es schwierig sein, dieses Bier in Europa zu bekommen. Doch die Idee, Bier mit Hefe von Weintrauben zu brauen, ähnelt Stilen, die auch in Europa vertraut sind, etwa dem Italian Grape Ale. Wenn Sie in einem Fachgeschäft für japanisches Craft-Bier trinken, prüfen Sie auf dem Etikett oder fragen Sie nach, woher die Hefe stammt. Wie beim Sake ist auch beim japanischen Bier die „lokale Hefe“ ein Anhaltspunkt für den Charakter des Brauers. Dieses Bier zeigt das sehr gut.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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