Die „erste Flasche“ für Weinliebhaber: Osakaer Exporthändler startet neue Marke
Kobayashi Junzo Shoten aus Osaka, die Sake in mehr als 20 europäische Länder exportiert, hat mit SAKE INITIE eine neue Marke für Weinliebhaber gestartet. Die erste Abfüllung ist erhältlich.
Kobayashi Junzo Shoten Co., Ltd. (gegründet 1890), ein Handelshaus in Osaka, exportiert Sake in mehr als 20 Länder, vor allem in Europa, darunter die Schweiz, Deutschland, Italien, Schweden und Rumänien. Auf dieser Erfahrung aufbauend hat das Unternehmen „SAKE INITIE“ ins Leben gerufen, eine neue Marke für Weinliebhaber, die mit Sake bisher wenig vertraut sind. Der Markenname verbindet „inishie“, das japanische Wort für „früher“, mit „Initie“, was „Anfang“ bedeutet. Die erste Abfüllung, „SAKE INITIE Neo Trad Rabbit“, kam am 5. Januar 2026 im Onlineshop des Unternehmens auf den Markt.
Die Hürden, die der Exportalltag offenbarte
In Europa hörte das Unternehmen immer wieder: „Sake ist doch ein hochprozentiger Branntwein“, „Ich kann das Etikett nicht lesen“, „Für mich schmecken alle gleich“ und „Man kann ihn nur in japanischen Restaurants trinken“. Anders als der in Japan viel besprochene „Sake-Boom“ ist Sake vor Ort selbst noch kaum bekannt. Hinzu kommen Zölle und Transportkosten, durch die der Ladenpreis drei- bis fünfmal so hoch ausfällt wie in Japan. Gleichzeitig interessieren sich unter Weinliebhabern nach und nach mehr Menschen für Sake als „das Nächste, das man genießen kann“, und genau diese Gruppe hat das Unternehmen im Visier.
Ein Einstiegs-Sake mit 13 Prozent, der die Sprache des Weins spricht

Neo Trad Rabbit wurde gemeinsam mit einer traditionsreichen Brauerei entwickelt; vom Flaschendesign über Aroma und Geschmack bis zum Preis wurde alles von Grund auf konzipiert. Der Alkoholgehalt liegt mit 13 Prozent niedrig für einen Sake. Er hat ein fruchtiges Aroma, eine sanfte Süße und eine moderate Säure. Bei Sake gibt es Güteklassen der „besonderen Bezeichnung“ wie Junmai und Ginjo, doch dieses Produkt weist sie bewusst nicht aus. Stattdessen beschreibt es den Geschmack mit Worten, die Weinliebhaber verstehen, etwa „Fruchtigkeit wie bei einer Birne (La France)“ und „Duft weißer Blüten“. Die Zutaten sind Reis, Reis-Koji und Wasser. Der „Seimaibuai“, der angibt, wie weit der Reis poliert wurde, wird nicht genannt.
Vom Preis vor Ort her gedacht

Besonders bemerkenswert ist der Umgang mit dem Preis. Damit der Sake in ausländischen Geschäften leicht zugänglich ist, wurde der Exportpreis von Anfang an auf den internationalen Markt abgestimmt. Konkrete Preise vor Ort wurden nicht genannt, doch dass das Produkt samt Vertriebskosten konzipiert wurde, ist ein typischer Ansatz für ein Exporthandelshaus.
Für europäische Leserinnen und Leser könnte diese Flasche sowohl der eigene Einstieg in Sake sein als auch ein Anlass, weinbegeisterten Freunden Sake zu empfehlen. Das Aroma wie bei Weißwein im Weinglas zu prüfen und den Sake zu Gerichten zu probieren, die man sonst zu Weißwein reicht, dürfte der Art des Genusses am besten entsprechen, die die Marke anstrebt. Wer die Flasche im Laden sieht, sollte auf die Geschmacksbeschreibung achten, die anstelle einer Güteklasse angegeben ist, und darauf, auf welchem Niveau sich der Preis vor Ort einpendelt.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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