Vom Lohnbrennen zur eigenen Brennerei: In Kurume entsteht ein Gin aus regionalen Zutaten
Ein Unternehmer aus Kurume in der Präfektur Fukuoka hat eine Lizenz zur Alkoholherstellung erhalten und brennt Craft Gin aus lokalen Zutaten wie Bambus, Indigo und Zeder nun in der eigenen Brennerei.

In Kurume in der Präfektur Fukuoka, im Norden der Insel Kyushu im Südwesten Japans, hat der Unternehmer Yonehiko Takahashi (46) am 13. April 2026 eine Lizenz zur Alkoholherstellung erhalten. Takahashi hatte bisher Craft Gin aus lokalen Zutaten geplant und verkauft. Da man in Japan für die Herstellung von Alkohol eine staatliche Lizenz braucht, lieferte Takahashi die Gin-Ideen und die Rohstoffe selbst und überließ nur das Destillieren einem Betrieb außerhalb der Präfektur. Nun wurde neben dem Fluss Kouragawa, der durch die Stadt fließt, die „Kouragawa-Brennerei“ eröffnet, und Takahashi kann endlich selbst destillieren.
Bambus, Indigo und dann Zeder

Das erste Produkt war der „Bamboo Gin“, der im August 2024 auf den Markt kam. Rund um den Berg Kora (312 Meter hoch) in Kurume sind ungepflegte, wuchernde Bambushaine ein Problem. Für diesen Gin wurde Bambus verwendet, der dort beim Auslichten geschlagen wurde. Im Januar 2025 folgte der „Indigo Gin“. Der als Zutat verwendete Indigo dient auch zum Färben von Kurume Kasuri, einem Baumwollgewebe, das als bedeutendes immaterielles Kulturgut des Landes eingestuft ist. Beide Gins wurden von einem Betrieb in Numazu in der Präfektur Shizuoka destilliert.
Die erste eigene Destillation: Zeder-Gin

Takahashi wollte von Anfang an vor Ort produzieren. Im Dezember 2025 wurde ein Lagerhaus am Elternhaus in Kurume umgebaut und eine kleine Brennblase aufgestellt. Am 29. April, nach Erhalt der Lizenz, destillierte Takahashi einen neuen „Cedar Gin“. Am Abend zuvor waren Holzspäne der Yame-Zeder, einer Spezialität aus dem Süden der Präfektur Fukuoka, japanischer Schwarztee (Wa-Kocha) sowie verschiedene Kräuter und Gewürze in Alkohol eingelegt worden. Wird die Brennblase erhitzt, kühlt der verdampfte Alkohol in einem Rohr ab und kommt als klare Flüssigkeit heraus.
Die Yame-Zeder ist ein Holz, das seit jeher für lokale Handwerksprodukte verwendet wird. Wenn die Forstwirtschaft schwächelt, werden die Berge weniger gepflegt, und die Gefahr von Erdrutschen steigt. Takahashi teilt die Ansicht von Forstleuten, dass „der Schutz der Berge zum Schutz der Flüsse, des Meeres und der Stadt beiträgt“, und wählte deshalb diese Zeder als Rohstoff. Medienberichten zufolge plant Takahashi, eine größere Brennblase anzuschaffen und alle Gins in der eigenen Brennerei herzustellen. Auch die Herstellung von Original-Gins im Auftrag anderer Regionen wird erwogen.
Die Berichte erwähnen keinen Verkauf in Europa. Dennoch lohnt es sich, die Entwicklung dieser Brennerei zu beobachten. Japanischer Craft Gin zeichnet sich dadurch aus, dass Wacholderbeeren, die für Gin unverzichtbar sind, mit Pflanzen kombiniert werden, die für die jeweilige Region typisch sind. Wenn Sie einem japanischen Gin begegnen, prüfen Sie auf dem Etikett die Botanicals und den Namen der Brennerei. Beim Verkosten probieren Sie ihn zuerst pur oder mit einem Eiswürfel, um das Aroma zu beurteilen. Probieren Sie ihn danach mit einem schlichten, nicht zu aromatischen Tonic. So lässt sich leichter erkennen, wie sich die Noten von Holz und Tee mit dem Wacholder verbinden. Spannend ist auch, wie ein Hersteller, der das Destillieren ausgelagert hatte, seine Rezepte ändert, sobald er eine eigene Brennerei besitzt.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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