The Sake Wire

Japanische Kokushu-Gesellschaft gegründet: Industrie, Staat und Wissenschaft erforschen die Zukunft der japanischen Getränke

Die neue Gesellschaft für Sake, Honkaku-Shochu und Awamori, die Japan Kokushu Society, hielt in Tokio ihre Gründungsversammlung ab; Brauereien, Behörden und Forschende rücken zusammen.

Flaschen japanischer Getränke wie Sake, Honkaku-Shochu und Awamori in einer Reihe
Flaschen japanischer Getränke wie Sake, Honkaku-Shochu und Awamori in einer Reihe — Foto: Andy Lee (Pexels)

Ein neues Forum verbindet Brauereien, Verwaltung und Wissenschaft

Am 3. Oktober fand in Tokio die Gründungsversammlung der Japan Kokushu Society statt, an der rund 100 Branchenvertreter teilnahmen. Der Vorsitzende Takero Doi hielt die Eröffnungsrede. Das erklärte Ziel der Gesellschaft ist es, dass Brauereien, Verwaltung und Forschende an Universitäten und anderen Einrichtungen zusammenarbeiten, um die japanischen Getränke insgesamt weiterzuentwickeln. Der Artikel der Nihon Shokuryo Shimbun, der über die Entwicklung berichtete, war eine Eilmeldung; konkrete Forschungsthemen oder Aktivitätspläne waren zum Zeitpunkt des Artikels nicht bekannt gegeben. Für Details müssen weitere Berichte abgewartet werden.

Was bedeutet eigentlich „Kokushu“?

Ein Destillat im Tumbler und ein Sakegefäß aus Keramik
Ein Destillat im Tumbler und ein Sakegefäß aus Keramik — Foto: Markus Winkler (Pexels)

„Kokushu“ (wörtlich „nationale Getränke“) ist ein Sammelbegriff für Japans traditionelle alkoholische Getränke. Dazu zählen Sake, ein aus Reis, Reis-Koji und Wasser gebrautes Getränk, Honkaku-Shochu, der aus Zutaten wie Reis, Gerste und Süßkartoffel nur einmal destilliert wird, sowie Awamori, das in Okinawa hergestellte Destillat. In Europa wurde Sake zuerst bekannt, während Shochu und Awamori noch relativ unbekannt sind. Mit „Kokushu“ im Namen zeigt die Gesellschaft, dass sie gebraute und destillierte Getränke in einem gemeinsamen Rahmen behandeln will.

Hintergrund ist der schrumpfende Inlandsmarkt in Japan. Der Sake-Verbrauch im Inland sinkt Jahr für Jahr aufgrund von Überalterung und Bevölkerungsrückgang, und es sind neue Ansätze entstanden, etwa ein Tokioter Spirituosenhändler, der Sake in einem eigenen Kühlraum lange reifen lässt und mit Mehrwert verkauft. Ein Forum, in dem Hersteller, Verwaltung und Forschende ihr Wissen zusammentragen, soll dazu beitragen, eine Grundlage für Qualitätsforschung und Exportstrategie zu schaffen.

Worauf europäische Leserinnen und Leser achten können

Kleine Sakebecher, zum Vergleichen aufgestellt
Kleine Sakebecher, zum Vergleichen aufgestellt — Foto: Stephen Zoo (Unsplash)

Die Forschungsergebnisse der neuen Gesellschaft gelangen nicht sofort in die Regale. Dennoch bietet sie einen Anlass, nicht nur auf Sake, sondern auch auf Shochu und Awamori zu achten. Wer in einem europäischen Fachgeschäft japanische Getränke auswählt, sollte auf die Angaben „Honkaku-Shochu“ oder „Awamori“ auf dem Etikett achten. Shochu lässt sich on the rocks, mit Wasser oder mit heißem Wasser genießen, wobei die Aromaunterschiede je nach Rohstoff hervortreten. Awamori, der drei Jahre oder länger gereift ist, heißt „Koshu“ (Kusu). Die durch die Reifung entstandene, abgerundete Weichheit dürfte auch Whisky-Liebhaber interessieren. Sollte die Gesellschaft Forschung zu Qualität und Lagerung veröffentlichen, könnte dies zudem neue Anregungen für den Umgang mit importierten Getränken und deren Genuss liefern.

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