The Sake Wire

Japan-EU-EPA: Japanische Steuerbehörde holt Stellungnahmen zum Schutz geografischer Angaben für Alkohol ein

Japans Steuerbehörde NTA legte einen Entwurf zum GI-Schutz für Alkohol im EU-Abkommen vor; Stellungnahmen waren vom 30. April bis 1. Juni 2026 möglich.

Aufgereihte Sake-Flaschen mit Etikett einer geografischen Angabe (g. A.)
Aufgereihte Sake-Flaschen mit Etikett einer geografischen Angabe (g. A.) — Foto: Andy Lee (Pexels)

Die japanische Steuerbehörde (National Tax Agency), die für die Alkoholsteuer und die Verwaltung alkoholischer Getränke zuständig ist, hat eine öffentliche Konsultation zum Schutz geografischer Angaben (g. A.) für alkoholische Getränke auf Grundlage des Wirtschaftspartnerschaftsabkommens zwischen Japan und der Europäischen Union (Japan-EU-EPA) durchgeführt. Der Entwurf wurde am 30. April 2026 bekannt gemacht, die Frist für Stellungnahmen endete am 1. Juni um Mitternacht. Für Getränke wie Sake und Wein, bei denen der Name der Herkunftsregion selbst ein Qualitätsmerkmal ist, ist eine geografische Angabe ein Mechanismus, um diesen Namen über Grenzen hinweg zu schützen. Es handelt sich um ein Verfahren, das die Getränke, die zwischen Japan und der EU hin- und hergehen, unmittelbar betrifft.

Was wurde veröffentlicht?

Vorgelegt wurde der Entwurf einer Verordnung über den „Schutz geografischer Angaben für alkoholische Getränke auf Grundlage des Japan-EU-EPA“, dem als Anlage eine Liste der zu schützenden Bezeichnungen beigefügt ist. Grundlage ist die Bekanntmachung Nr. 19 der National Tax Agency vom Oktober 2015. Es war ein förmliches Konsultationsverfahren nach dem japanischen Verwaltungsverfahrensgesetz, an dem sich jeder beteiligen konnte, nicht nur Personen in Japan. Zuständig ist das Referat für die Förderung der Alkoholbranche und die Exportförderung innerhalb der Abteilung Alkoholsteuer der Steuerabteilung der National Tax Agency. Dass eine Stelle zuständig ist, die für internationale Verhandlungen und Exportförderung verantwortlich ist, zeigt, wie eng die Angelegenheit mit dem Handel verbunden ist. Dieser Artikel spekuliert nicht über die Primärquellen hinaus darüber, welche Bezeichnungen auf der Liste standen oder wie die Sache am Ende entschieden wurde.

Wie funktioniert das System der geografischen Angaben?

Weinberge, die sich über sanft geschwungene Hügel erstrecken
Weinberge, die sich über sanft geschwungene Hügel erstrecken — Foto: Eduard Galitsky (Unsplash)

Eine geografische Angabe ist ein System, bei dem nur Erzeugnisse, die in einer bestimmten Region nach festgelegten Standards hergestellt wurden, den Namen dieser Region tragen dürfen. Europäischen Leserinnen und Lesern ist sie von Champagner und Portwein vertraut. Auch in Japan sind geografische Angaben für Sake, Shochu, Wein und andere herkunftsgebundene Getränke ausgewiesen. In Abkommen wie dem Japan-EU-EPA verpflichten sich beide Seiten, die Herkunftsnamen der anderen Seite auch auf dem eigenen Markt zu schützen. In Japan werden EU-Herkunftsnamen im Handel vor Nachahmung geschützt, und auf dem EU-Markt werden umgekehrt japanische Herkunftsnamen geschützt.

Worauf europäische Leserinnen und Leser achten können

Eine Reihe von Gläsern zum Vergleich von Getränken aus verschiedenen Regionen in Europa
Eine Reihe von Gläsern zum Vergleich von Getränken aus verschiedenen Regionen in Europa — Foto: Caroline Attwood (Unsplash)

Wer in Europa japanische Getränke kauft, findet im Herkunftsnamen oder im g.-A.-Zeichen auf dem Etikett einen Hinweis darauf, dass das Getränk die Standards der jeweiligen Region erfüllt. Entdeckt man auf dem Etikett einer importierten Flasche eine Herkunftsangabe, kann man die Getränke gern vergleichend verkosten und dabei auf den Charakter von Reis, Wasser und Klima der Region achten. Sollte sich der Schutzumfang durch Verfahren wie dieses weiter ausdehnen, könnte es in Europa leichter werden, echte Erzeugnisse einer benannten Herkunftsregion zu erkennen. Wenn die National Tax Agency das Ergebnis veröffentlicht, lohnt sich ein Blick darauf, welche Bezeichnungen neu hinzugekommen sind.

Quellen

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.

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