Toyohashis erste Weinkellerei entsteht dank Sonderzonen-Regelung
Toyohashi in der Präfektur Aichi hat seine erste Weinkellerei, und die Produktion von „Toyohashi Wine“ aus Trauben und süßen Jiro-Kaki im Kleinformat hat begonnen.

In Toyohashi in der Präfektur Aichi, ungefähr auf halbem Weg zwischen Tokio und Osaka in Zentraljapan, ist die erste Weinkellerei der Stadt fertiggestellt worden: Toyohashi Winery Chiroru. Das dahinterstehende Obstbauunternehmen begann am 8. August 2026 mit der Produktion. Über die staatlich anerkannte „Wein-Sonderzone“ bringt es eine Marke namens „Toyohashi Wine“ auf den Markt, hergestellt aus selbst angebauten Trauben und Kaki. In ganz Japan breiten sich auf dem Land Regelungen aus, die selbst sehr kleinen Erzeugern die Weinherstellung ermöglichen. Diese Geschichte ist ein Beispiel dafür.
Die „Wein-Sonderzone“ senkt die Mengenhürde
Für eine Lizenz zur Weinherstellung muss ein Betrieb in Japan normalerweise 6 Kiloliter pro Jahr produzieren, eine für einen kleinen Obstgarten zu hohe Schwelle. Im Juni 2025 wurde Toyohashi vom Staat als „Wein-Sonderzone“ anerkannt, als vierte Stadt in der Präfektur Aichi. In der Sonderzone sinkt diese Schwelle auf 2 Kiloliter pro Jahr.
Bisher ließ der Obstbetrieb seine Trauben von einer Weinkellerei in Komaki, andernorts in der Präfektur, zu Wein verarbeiten und verkaufte sie als Produkt. Mit der eigenen Kellerei kann er nun selbst gemachten Wein als „Toyohashi Wine“ verkaufen. Firmenchef Koji Iwase plante die Weinkellerei seit etwa zehn Jahren. Als Glücksbringer legte er den ersten Tag der Produktion auf „Reiwa 8, 8. Monat, 8. Tag“.
Zuerst Rosé, dann ein Weißwein aus Kaki
Die Kellerei ist ein zweistöckiges Holzgebäude mit einer Presse zum Auspressen der Früchte und Tanks für den Saft. Gebäude und Ausstattung stammen von örtlichen Betrieben. Am Tag der Fertigstellung waren Anwohner eingeladen, selbst Trauben zu pressen. Nach mehreren Monaten Gärung sollen im Januar 2027 rund 200 Flaschen Rosé in Restaurants der Stadt verkauft werden.
Anschließend plant das Unternehmen einen Weißwein aus Jiro-Kaki und einen Rotwein aus Muskattrauben. Die Jiro ist eine führende Sorte süßer Kaki, die nicht entbittert werden muss, und Wein aus Kaki ist noch selten. Die Etiketten gestalten Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Künftig will das Unternehmen auch Trauben und Kaki anderer Landwirte der Stadt verwenden. Da sich Früchte für die Verarbeitung ohne Verschwendung nutzen lassen, könnte dies für Landwirte, die unter anderem unter stark gestiegenen Treibstoffkosten leiden, eine neue Einnahmequelle werden.
Für Leserinnen und Leser in Europa
Die ersten 200 Flaschen werden nur in örtlichen Restaurants verkauft, sodass sie in Europa vorerst nicht zu erwarten sind. Dennoch liefert diese Geschichte einen Anhaltspunkt, um japanischen Wein zu verstehen. Weil sich die Regeln geändert haben, entstehen kleine Kellereien, die nicht nur Trauben, sondern auch regionale Früchte wie Kaki verwenden. Wer in Europa nach japanischem Wein sucht, sollte auf dem Rückenetikett die Zutatenangabe lesen: Dort steht, aus welchen Früchten der Wein gemacht wurde und wo sie gewachsen sind. Sollte Kakiwein eines Tages exportiert werden, würde ich ihn gern neben europäischem Cidre und Birnenwein verkosten.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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