Sake und Shochu auf dem Weg nach Indien, in einen aufstrebenden Markt
Am 5. August stellten neun japanische Brauereien bei einer Promotion in der japanischen Botschaft in Neu-Delhi Sake und Shochu der indischen Gastronomie vor.

Neun Brauereien versammeln sich in der Botschaft

Am 5. August 2026 fand in der japanischen Botschaft in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi eine Promotion für Sake und Shochu statt. Sie war die Auftaktveranstaltung des „Japan Month“, einer Zeit, in der der Austausch zwischen Japan und Indien vertieft werden soll. Shochu ist ein japanischer Brand, der unter anderem aus Reis, Gerste oder Süßkartoffeln hergestellt wird. Vor Ort versammelten sich indische Regierungsvertreter, Mitarbeitende von Hotels und Restaurants, Importeure und Medien. Die neun Brauereien aus ganz Japan erläuterten jeweils ihre Herstellungsweise, die Unterschiede im Geschmack und die Entstehungsgeschichte ihrer Marke. Besonders interessierte die Besucher, wie gut Sake zur indischen Küche passt und welches Potenzial er als Premiumgetränk hat.
Sake als Kultur vermitteln

Beim Aufbau der Vertriebswege und bei der Promotion unterstützte die Nihonshu ni Shiyou Inc. aus Tokio. Das 2018 gegründete Unternehmen betreibt in Japan einen Sake-Abonnementservice. Mit Standorten in Japan und Indien hilft es außerdem dabei, japanischen Sake und japanische Lebensmittel im Ausland bekannt zu machen. Am Veranstaltungstag trat Chief Executive Officer (CEO) Asa Takaoka auf die Bühne und vermittelte die regionalen Besonderheiten des Sake und die Gedanken der Brauer. Ziel war es, Sake nicht nur als Getränk, sondern zusammen mit der Kultur und den Geschichten dahinter vorzustellen und so das Verständnis der lokalen Einkäufer zu vertiefen. Über die Veranstaltung berichteten auch NNA Indien, der japanischsprachige Wirtschaftsnachrichtendienst für Indien, und die Nachrichtenagentur Jiji Press.
Ein großer Markt, hohe Hürden

Indien ist das bevölkerungsreichste Land der Welt. Mit dem Wachstum der wohlhabenden Schicht und der Mittelschicht steigt vor allem in Luxushotels und Restaurants das Interesse an japanischem Essen und Sake. Für japanische Hersteller, die nach Indien expandieren wollen, gibt es jedoch viele Hürden: Marktforschung, die Einhaltung von Import- und Verkaufsvorschriften, die Suche nach lokalen Geschäftspartnern und der Aufbau von Bekanntheit. Durch Promotions in Hotels und Restaurants sowie Schulungen für das Personal will das Unternehmen Marken aufbauen, die nicht nur einmal, sondern langfristig verkauft werden.
Als Exportziele für Sake standen bisher die USA und Asien im Vordergrund. Nun kommt mit Indien ein neuer Markt hinzu. Für europäische Leserinnen und Leser dürfte vor allem die Kombination von Sake mit würzigen Gerichten interessant sein. In vielen europäischen Städten gibt es indische Restaurants. Denkbar sind viele Kombinationen: ein umamireicher Junmai-Sake (Sake, der nur aus Reis und Reis-Koji gebraut wird), leicht gekühlt zu Curry oder Tandoori-Gerichten, oder ein klarer Shochu, mit Soda aufgegossen. Spannend bleibt auch, wie indische Hotels und Restaurants solche Kombinationen künftig anbieten werden.
Quellen
- Nihonshu ni Shiyou (PR TIMES), „Nihonshu ni Shiyou Inc. unterstützt die von der japanischen Botschaft in Indien veranstaltete Sake- und Shochu-Promotion“ https://prtimes.jp/main/html/rd/p/000000007.000059031.html
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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