Gin aus Altbrot: „Bé-Gin“ von Kiuchi Brewery
Kiuchi Brewery in Ibaraki verkauft nun online „Bé-Gin“, einen Craft-Gin aus Brotresten aus dem Café der Köchin Natsuko Shoji.

Kiuchi Brewery in Naka in der Präfektur Ibaraki, nordöstlich von Tokio, ist ein traditionsreiches Unternehmen, das den Sake Kikumori, das Craft-Bier Hitachino Nest Beer und Hinomaru Whisky herstellt. Am 10. September 2026 brachte es in seinem eigenen Onlineshop einen gemeinsam mit der Köchin Natsuko Shoji entwickelten Craft-Gin auf den Markt: Hinomaru Gin Bé-Gin. Der Rohstoff sind Brotreste, die sonst weggeworfen würden. Lebensmittelverschwendung per Upcycling in Alkohol zu verwandeln, ist auch in Europa ein wachsender Trend. Hier ist zu lesen, wie eine der besten Köchinnen Japans und eine Sake-Brauerei das Thema angegangen sind.
Die Reste einer Luxusküche destillieren

Natsuko Shoji ist im In- und Ausland als erste Japanerin bekannt, die als „Asia’s Best Female Chef“ ausgezeichnet wurde. Im Mittelpunkt des Projekts steht das „Blue Box Café by Natsuko Shoji“, das im Juli 2025 unter ihrer Leitung eröffnet wurde. Die beim Kochen anfallenden Brotreste werden gesammelt und von Kiuchi Brewery destilliert; sie bilden die Basis des Gins. Shoji besuchte die Produktionsstätte selbst, um den Zustand der Rohstoffe und den Ablauf zu prüfen. Laut Shoji wollte sie Verantwortung für die Überschüsse übernehmen, die an der Spitze der gehobenen Gastronomie entstehen. Außerdem war sie überzeugt, dass ein Produkt, das aus dem Luxus stammt, gerade durch seine Kommunikation viele Menschen zum Umdenken bewegen kann.
Ein Spirituose mit 35 % und Mandarine aus Ibaraki

Als geschmacklichen Akzent setzten die Hersteller Fukurai Mikan, eine in Ibaraki angebaute Zitrusfrucht, als Botanical (pflanzliche Zutat für das Aroma) ein. Sie sorgt für einen frischen Duft. Die Flasche fasst 700 ml, der Alkoholgehalt beträgt 35 % und der Preis liegt bei 4.400 Yen inklusive Steuer (die Holzkiste kostet extra). In Japan wird das Produkt als „Spirituose“ eingestuft. In der EU sind mindestens 37,5 % Alkoholgehalt nötig, um ein Getränk „Gin“ zu nennen; die Bezeichnung könnte sich daher ändern, falls es in Europa verkauft wird.
Ein Teil der Online-Erlöse wird über den Sozialverband der Stadt Naka (Naka City Council of Social Welfare) an „Kodomo Shokudo“ (Kinderkantinen) in der Stadt gespendet. Kodomo Shokudo sind private Initiativen, die Kindern vor Ort kostenlose oder günstige Mahlzeiten anbieten, und sie haben sich in ganz Japan verbreitet. Die Spende ist für etwa Winter 2027 geplant.
Genuss in Europa

Zum Marktstart wurde der Gin nur über den Onlineshop von Kiuchi Brewery für Japan verkauft. Für europäische Leserinnen und Leser ist er interessant als Beispiel dafür, wie die japanische Getränkeherstellung mit Nachhaltigkeit umgeht. Wer die Gelegenheit hat, ihn zu probieren, sollte ihn zunächst pur oder auf Eis trinken und darauf achten, wie sich das getreideartige Aroma des Brotes mit dem hellen Duft der Mandarine verbindet. Im Gin Tonic dürfte ein wenig Zitrusschale seinen Charakter betonen. Auch in Europa gibt es Bestrebungen, aus Brot Bier und Spirituosen herzustellen, daher könnte ein Vergleich mit lokalen Beispielen reizvoll sein.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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