Aramasa, Juyondai und Jikon: Raritäten-Sake-Verkostung in Tokio
Eine Izakaya-Kette in Tokio veranstaltete eine Verkostung von fünf schwer erhältlichen Sake-Marken, darunter Aramasa, Juyondai und Jikon, und gab so Einblick in Japans Markt für "seltene Sake".

Die auf Sake spezialisierte Tokioter Izakaya-Kette Nihonshu Genka Sakagura (Betreiber: Billion Foods Co., Ltd.) bot vom 14. bis 30. September 2026 in drei Filialen, Ueno-Okachimachi, Jimbocho und Shimbashi, einen Verkostungsplan mit fünf seltenen Marken an. Im Angebot waren Juyondai, Jikon und Aramasa, Marken, die selbst in Japan kaum zum Listenpreis zu bekommen sein sollen. Die Veranstaltung war zwar auf Tokio beschränkt, ist aber ein interessantes Beispiel dafür, wie “Phantom-Sake” auf dem japanischen Markt vertrieben und genossen wird.
Warum nennt man sie “Phantom”-Sake?

Juyondai wird von Takagi Shuzo in der Präfektur Yamagata gebraut, Jikon von Kiyasho Shuzo in der Präfektur Mie und Aramasa von Aramasa Shuzo in der Präfektur Akita im Norden Japans. Alle drei werden nur in begrenzter Menge hergestellt und per Zuteilung über ausgewählte Händler, sogenannte Tokuyakuten, vertrieben, sodass normale Verbraucher sie im Laden kaum finden können. Eine Aktion wie diese, bei der eine Izakaya mehrere seltene Marken gleichzeitig in kleinen Gläsern ausschenkt, war daher auch für japanische Liebhaber eine wertvolle Gelegenheit, sie erst einmal zu probieren.
In jeder Filiale ein anderes Sortiment

Die Filiale Ueno-Okachimachi führte Juyondai in einer Junmai-Daiginjo-Spezifikation, Aramasa Hinotori und Jikon Tokubetsu Junmai Hiire sowie Ominami und Kankiku. Die Filiale Jimbocho kombinierte Juyondai und Jikon mit Denshu, Hiroki und Aramasa No.6 R-type. Jede Portion betrug 50 ml (nur bei Aramasa 40 ml) und wurde mit 120 Minuten Premium-All-you-can-drink für 4.180 Yen (inkl. Steuer) serviert. Die Filiale Shimbashi 2 bot einen höherwertigen Plan für 7.260 Yen (inkl. Steuer) mit Hanabiyoku THE MATCH, No.6 X-type, Jikon Nabari, Shinshu Kirei Junmai Ginjo und Juyondai Akaiwa Omachi Nakadori Jomoro. Pro Filiale galt eine Begrenzung auf 36 Personen nach Reihenfolge der Anmeldung, nur für Mitglieder der Shop-App, mit der Bedingung, mindestens zwei Speisen zu bestellen.
Zur Erläuterung: “Junmai” bezeichnet Sake, der nur aus Reis, Koji und Wasser gebraut wird, “Daiginjo” Sake aus hoch polliertem Reis, der auf 50 % oder weniger abgeschliffen wurde. Hinotori ist ein “Kijoshu”, bei dem ein Teil des Brauwassers durch Sake ersetzt wird, und zeichnet sich durch einen süßen, dichten Geschmack aus. No.6 ist eine Serie unpasteurisierter Sake, benannt nach der bei Aramasa Shuzo entdeckten Hefe Nr. 6, mit verschiedenen Typen wie R und X.
Wie europäische Leser sie genießen können

Juyondai und Jikon stehen in Europa nur selten im Regal; sieht man sie auf einer Restaurantkarte, darf man das als seltene Gelegenheit betrachten. Aramasa dagegen ist auch in europäischen Sake-Fachgeschäften vergleichsweise leicht zu finden. Die unpasteurisierte No.6-Serie setzt Kühlung voraus, daher sollte man sie über einen verlässlichen Importeur oder Fachhändler in frischem Zustand beziehen. Ein Kijoshu wie Hinotori kommt nach dem Essen zu Käse oder Trockenfrüchten besonders gut zur Geltung. Und das Format dieser Veranstaltung, mehrere Marken in 50-ml-Portionen nebeneinander, lässt sich auch zu Hause nachstellen. Wer ein paar Flaschen in kleinen Gläsern vergleicht, erkennt Unterschiede durch Poliergrad, Hefe und Pasteurisierung leichter.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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