The Sake Wire

Ein Jahr Reifung im Staudamm: Vier Brauereien aus Toyota holen ihren Sake heraus

Vier Sake-Brauereien in Toyota, Präfektur Aichi, haben Sake geholt, der ein Jahr im Yahagi-Staudamm bei konstant etwa 15 °C reifte, und bieten ihn nun als Probierset an.

Das Innere eines Staudamms als „natürliches Lager“

Aichi ist eine Präfektur in der Region Chubu in Japan mit Nagoya als Zentrum. Toyota im Osten der Präfektur ist weltweit als Autostadt bekannt. Am 19. August 2026 holten vier Sake-Brauereien aus Toyota Sake heraus, der ein Jahr lang im Inneren der Staumauer des Yahagi-Damms im Stadtteil Shikarase-cho gelagert worden war. Das Innere des Damms, umgeben von dickem Beton, soll das ganze Jahr über bei etwa 15 °C liegen. Dass ein riesiges Infrastrukturbauwerk zur Reifung von Sake genutzt wird, ist das auffälligste Merkmal dieses Vorhabens.

Wie verändert sich der Geschmack bei stabiler Temperatur?

Fässer in einem Lager mit konstanter Temperatur (Bild eines Kellers zur Veranschaulichung)
Fässer in einem Lager mit konstanter Temperatur (Bild eines Kellers zur Veranschaulichung) — Foto: Tim Durand (Pexels)

Auch nach dem Pressen verändert sich Sake in der Flasche oder im Tank langsam weiter. Wie schnell das geschieht, hängt stark von der Temperatur ab: Bei Wärme geht es schneller, bei Kühle ruhiger. Es ist derselbe Gedanke wie bei Wein, der im Keller lagert. Laut Medienberichten verlieren die Ecken und Kanten des Sake, und der Geschmack wird runder, wenn er in einer Umgebung mit geringen Temperaturschwankungen wie im Inneren eines Staudamms reift. Wie sanft verändert sich ein Sake, der ein Jahr an einem Ort ohne nennenswerte jahreszeitliche Temperaturunterschiede verbracht hat? Die Entnahme war auch ein Anlass, genau das zu überprüfen.

Der Sake von vier Brauereien im direkten Vergleich

Die vier Unternehmen verkaufen ein Set, mit dem sich ihre Sake vergleichen lassen, und nehmen bereits Reservierungen entgegen. Da die Sake am selben Ort, bei derselben Temperatur und über denselben Zeitraum gelagert wurden, sind die Reifebedingungen identisch. Dadurch dürften die Unterschiede im Charakter der einzelnen Brauereien, etwa bei Reis, Wasser, Hefe und Brauverfahren, besonders deutlich hervortreten. Weil die Reifeumgebung selbst als gemeinsamer Maßstab dient, bietet das Projekt einen reizvollen Vergleich.

Das Set richtet sich an den japanischen Markt und dürfte in Europa schwer zu bekommen sein. Die Idee lässt sich aber auch zu Hause ausprobieren. Suchen Sie in einem Sake-Fachgeschäft in Europa nach Sake mit Angaben wie „gereift“ oder „gelagert“ auf dem Etikett oder mit ausgewiesenem Herstellungsjahr und probieren Sie ihn neben einem jüngeren Sake derselben Brauerei. Ideal ist die Lagerung an einem Ort mit geringen Temperaturschwankungen, etwa in einem Weinkühlschrank. Gereiften Sake trinkt man nicht zu kalt, bei etwa 15 °C, dann lassen sich Rundheit und Aromaveränderungen besser wahrnehmen.

Quellen

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.

Akita-Sake in der EU probieren – ab €6

180-ml-Probierflaschen und volle Flaschen Sake, Wein, Bier und Gin, Versand aus Amsterdam innerhalb der EU.

Zum Shop →