The Sake Wire

Von Studierenden entwickelter Sake mit wenig Alkohol: „Tobira“ soll jungen Leuten die Tür öffnen

Wakamiya Shuzo in Kyoto, Studierende und Oberstufenschüler entwickelten nach einer Umfrage unter Anfang-Zwanzigjährigen den süffigen 12-%-Sake „Tobira“.

Die Sake-Brauerei Wakamiya Shuzo in Ayabe im Norden der Präfektur Kyoto hat einen gemeinsam mit Studierenden entwickelten Sake auf den Markt gebracht: „Hajimemashite, Nihonshu ‚Tobira‘“ („Freut mich, Sake“). Er kommt in kleineren Flaschen und mit weniger Alkohol, gedacht für junge Leute, die mit Sake bisher wenig vertraut sind. Es ist ein Beispiel dafür, wie Brauer und Bildungseinrichtungen gemeinsam etwas gegen die Abkehr junger Japaner vom Sake unternehmen.

Ein Produkt, das bei den Vorurteilen junger Leute begann

Studierende bei einem Treffen zur Produktplanung
Studierende bei einem Treffen zur Produktplanung — Foto: Xhemi Photo (Pexels)

Das „Sake-Projekt für junge Leute“ startete im Studienjahr 2021, und dies ist das vierte Produkt. Vier Studierende im vierten Studienjahr aus dem Seminar von Professor Tomohiro Taniguchi an der Fakultät für Regionalmanagement der Fukuchiyama Public University erarbeiteten die Produktplanung, das Marketing sowie das Konzept für Namen und Etikett. Das Etikett gestalteten Studierende des Kyoto Institute of Technology. Den Sake-Reis Gohyakumangoku zogen Schülerinnen und Schüler der örtlichen Ayabe High School an. Gohyakumangoku ist ein repräsentativer, in ganz Japan weit verbreiteter Sake-Reis.

Die Studierenden befragten zunächst Männer und Frauen im Alter von 20 bis 25 Jahren. Dabei zeigte sich, dass Sake als „stark und macht schnell betrunken“ und als „etwas, das ältere Leute trinken“ gilt. Außerdem wurde deutlich, dass junge Leute Wert auf „Süffigkeit“ und „Unkompliziertheit“ legen. In früheren Projekten entstand auch Sake für Cocktails, der etwa mit Saft gemischt wird. Diesmal sollte man den Sake pur genießen, ohne ihn zu mischen.

Auch mit 12 % noch echter Sake-Geschmack

Üblicher Sake hat meist rund 15 bis 16 % Alkohol. Diese Stärke wird in der Regel durch Zugabe von Wasser am Ende eingestellt. Den Alkoholgehalt zu senken und dabei den Charakter des Sake zu bewahren, ist nicht einfach. Wakamiya Shuzo nutzte sein Brauhandwerk, um den Gehalt auf 12 % zu drücken, und verband so einen frischen, an Apfel erinnernden Duft mit einem typischen Sake-Geschmack. Die Nachfrage nach alkoholarmen Getränken wächst auch in Europa, vor allem bei der Generation Z, und auch in Japan nehmen neue Produkte mit niedrigerem Alkoholgehalt zu.

Im Namen steckt der Wunsch: „Er soll die erste Tür sein, die den Zugang zur Tiefe des Sake öffnet.“ Bei Verkostungen kam er Berichten zufolge nicht nur bei jungen Leuten gut an, sondern auch bei Generationen, die ohnehin regelmäßig Sake trinken. Es gibt zwei Größen, 500 ml und 180 ml, derzeit wird er in der Brauerei verkauft.

Für Leserinnen und Leser in Europa

Vorstellung von gekühltem Sake, genossen im Weinglas
Vorstellung von gekühltem Sake, genossen im Weinglas — Foto: Giuseppe Argenziano (Unsplash)

In der Primärquelle ist nicht davon die Rede, dass „Tobira“ im Ausland verkauft wird. Bemerkenswert ist dennoch, dass der Brauer die Hürde „Sake ist zu stark“ mit Überlegungen zu Alkoholgehalt und Flaschengröße überwinden will. Wenn Sie in einem europäischen Fachgeschäft Sake auswählen, achten Sie auf die Prozentangabe auf dem Etikett und suchen Sie nach Sake mit etwa 12 bis 13 %. Das entspricht ungefähr dem Alkoholgehalt von Weißwein, daher lässt er sich gekühlt im Weinglas zu einer leichten Vorspeise unkompliziert genießen. Eine kleine Flasche ist eine gute Wahl, um zum ersten Mal Sake zu probieren.

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