The Sake Wire

Suntorys Kinmugi wird zum Bier: Japans einheitliche Alkoholsteuer und das Feierabendbier

Mit der Vereinheitlichung der japanischen Alkoholsteuer stellt Suntory seine Hauptmarke Kinmugi von Happoshu auf Bier um und will einen neuen Markt für erschwingliches „Daily Beer“ schaffen.

Wie die einheitliche Alkoholsteuer Japans Biermarkt verändert

In Japan werden Getränke mit Biergeschmack unter anderem nach der verwendeten Malzmenge in „Bier“ und „Happoshu“ (Schaumwein mit geringem Malzanteil) unterteilt. Hinzu kommt die „neue Kategorie“ (das sogenannte dritte Bier), für die andere Rohstoffe als Malz verwendet werden. Die Unterschiede bei den Steuersätzen der einzelnen Kategorien schlugen sich unmittelbar in den Ladenpreisen nieder. Bei der Alkoholsteuerreform vom Oktober 2026 sank die Steuer auf Bier, während die Steuer auf Happoshu einschließlich der neuen Kategorie stieg. Dadurch wurden die Steuersätze für alle Biersorten angeglichen. Bei einer Markenpräsentation am 3. September in Osaka erklärte Kenichi Suzue, Managing Executive Officer von Suntory und Leiter des Vertriebs Kinki, dass der Biermarkt insgesamt bei der vorherigen Reform 2023 um rund 4 % geschrumpft sei. Wenn man nichts unternehme, so fügte er hinzu, könne der Markt auch diesmal weiter schrumpfen.

Über 50 % Malz: die Rezeptur neu aufgebaut

Das Unternehmen hat deshalb Kinmugi und Kinmugi (75 % weniger Zucker), bislang beliebte und preisgünstige Happoshu, als Bier neu gebraut. Der Malzanteil wurde auf über 50 % angehoben, sodass der Geschmack der Gerste deutlicher hervortritt. Da der bisher verwendete Weizenspiritus (ein aus Weizen gewonnenes Destillat) nicht mehr eingesetzt werden konnte, wurden auch die Bedingungen beim Maischen und bei der Gärung überarbeitet. Ziel ist es, den Biergeschmack kräftiger zu gestalten und dabei den klaren Abgang zu bewahren, der die Marke auszeichnet. Das neu hinzugekommene Kinmugi (Hojun) verwendet ein Malz, das das Unternehmen „Diamantmalz“ nennt, das Doppeldekoktionsverfahren, das man von der traditionellen deutschen und tschechischen Braukunst kennt, sowie das Maischen in Kupferkesseln.

„Daily Beer“: ein Fünftel des Biermarkts als Ziel

Der erwartete Preis für einen Sechserpack mit 350-ml-Dosen lag bei rund 880 Yen ohne Steuer. Das Unternehmen bezeichnet Bier in dieser alltäglichen Preislage als „Daily Beer“ und geht davon aus, dass es künftig etwa ein Fünftel des gesamten Biermarkts ausmachen wird. Das Ziel für die Marke Kinmugi sind 35 Millionen Kisten, umgerechnet auf Großflaschen. Zum Verkaufsstart am 6. Oktober wurde die Verpackung so geändert, dass klar erkennbar ist, dass das Produkt zum Bier geworden ist. In der Region Kansai wurde zudem an Bahnhöfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln geworben, und es gab Verkostungen für Geschäftspartner. Händler äußerten sich positiv zum Geschmack und erwarteten groß angelegte Werbeaktionen; Berichten zufolge lagen die Bestellungen schon vor dem Verkaufsstart über dem Plan.

Obwohl man Kinmugi in Europa noch selten sieht, spiegelt dieser Schritt einen Wandel in den japanischen Bierregalen insgesamt wider. Wenn Sie eine aus Japan importierte Bierdose in die Hand nehmen, achten Sie einmal darauf, ob im japanischen Feld „Artikel“ (hinmoku) „Bier“ oder „Happoshu“ steht. So erkennen Sie den Zusammenhang zwischen Steuersystem und Geschmacksgestaltung. Leserinnen und Leser in Deutschland und Tschechien, die mit dem Dekoktionsverfahren vertraut sind, könnten die Malzfülle dieses Lagerbiers eines japanischen Großbrauers einmal mit der ihrer heimischen Biere vergleichen. Das leichte, klare japanische Bier passt gut zu salzigen Gerichten wie Frittiertem und Yakitori.

Quellen Shokuhin Shimbun, „Kinmugi wird zu Bier: Suntory will ‚Daily-Beer-Markt‘ schaffen“

Quellen

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.

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