The Sake Wire

Sapporo verkauft US-Brauerei Stone Brewing

Sapporo Holdings gab im April 2026 bekannt, die 2022 übernommene US-Craft-Beer-Brauerei Stone Brewing an den Branchenkollegen Firestone Walker zu verkaufen.

Craft-Bier wird in ein Glas eingeschenkt
Craft-Bier wird in ein Glas eingeschenkt — Foto: Pavel Danilyuk (Pexels)

Der japanische Brauereikonzern Sapporo Holdings (Sapporo HD) gab am 21. April 2026 bekannt, sein US-Craft-Beer-Geschäft Stone Brewing abzugeben. Die Markenrechte und die eigenen Gastronomiebetriebe sollen bis Mai an den US-Craft-Brauer Firestone Walker übergehen; damit zieht sich das Unternehmen aus dem Brauen von Craft Beer in den USA zurück. Dass ein japanischer Großkonzern eine ausländische Craft-Brauerei kauft und sie nach wenigen Jahren wieder abstößt, regt zum Nachdenken darüber an, wie weit sich „Craft“ und die Größe eines Konzerns vereinbaren lassen.

Rückzug vier Jahre nach der Übernahme

Gärtanks aus Edelstahl in einer Craft-Beer-Brauerei
Gärtanks aus Edelstahl in einer Craft-Beer-Brauerei — Foto: cottonbro studio (Pexels)

Stone ist eine 1996 in Kalifornien gegründete Brauerei, die vor allem für ihr Flaggschiff Stone IPA bekannt ist. Sapporo HD übernahm sie 2022 für rund 20 Milliarden Yen. Danach trieb die Inflation die Preise nach oben, und der US-Craft-Beer-Markt stagnierte. Im Geschäftsjahr zum Dezember 2024 verbuchte Sapporo HD auf den Firmenwert dieses Geschäfts (den Teil des Kaufpreises, der den Wert der Vermögenswerte übersteigt) eine Wertminderung von rund 13,9 Milliarden Yen. Das Unternehmen verringerte die Zahl der Produkte und überprüfte den Brauereibetrieb, kam aber zu dem Schluss, dass eine Sanierung aus eigener Kraft nur begrenzt möglich sei. Der Verkaufspreis wurde nicht veröffentlicht. Sapporo rechnet mit einem Veräußerungsgewinn von rund 23 Millionen US-Dollar; zugleich soll die kalifornische Brauerei, eine von zwei US-Brauereien, bis etwa Ende 2026 stillgelegt werden, wofür eine Wertminderung von rund 80 Millionen US-Dollar erwartet wird. Die Brauerei in Virginia bleibt in Betrieb und stellt auf die Produktion eigener Marken um, etwa des nur im Ausland verkauften Sapporo Premium Beer. Die Biere von Stone sollen ab 2027 voraussichtlich an Standorten von Firestone Walker gebraut werden.

Konzentration auf eigene Marken und die Definition von „Craft“

Es ist nicht das erste Mal, dass Sapporo HD bei US-Craft-Beer strauchelt. Auch Anchor Brewing, das 2017 für 11,8 Milliarden Yen gekauft wurde, blieb in den roten Zahlen und wurde 2023 aufgelöst. Im Geschäftsjahr zum Dezember 2025 lag der Gewinn des Spirituosen- und Getränkegeschäfts im Inland bei 25,4 Milliarden Yen, im Ausland nur bei 1,1 Milliarden Yen. Das Unternehmen hat beschlossen, sein Immobiliengeschäft für rund 470 Milliarden Yen zu verkaufen, und will davon 300 bis 400 Milliarden Yen für die Stärkung des Alkoholgeschäfts einsetzen, unter anderem für Übernahmen.

Übrigens nennt der US-Branchenverband der Craft-Brauer, die Brewers Association, als eine Bedingung für eine Craft-Brauerei, dass „weniger als 25 % im Besitz eines Unternehmens der Alkoholbranche sind“. Nach dieser Definition war Stone, sobald es zu einem japanischen Großkonzern gehörte, im strengen Sinn kein „Craft“ mehr.

Was europäische Leserinnen und Leser beachten sollten

Das Wort „Craft“ wird bei Bier wie bei Sake häufig als Werbebegriff verwendet, der Handwerklichkeit und kleine Produktionsmengen vermitteln soll. Gerade deshalb lohnt es sich, bei einer Flasche nicht nur auf die Vorderseite zu achten, sondern auch auf Brauerei und Eigentümer auf dem Rückenetikett. So lässt sich der Hintergrund eines Getränks viel besser erkennen. Stone IPA soll künftig in den Brauereien von Firestone Walker gebraut werden. Wer das Bier gern trinkt, kann prüfen, ob sich die Angabe zum Hersteller oder der Geschmack verändert. Auch bei Sake stellen ausländische Importeure immer mehr Marken als „Craft Sake“ vor. Wer darauf achtet, welche Brauerei in welcher Größenordnung produziert, versteht die Worte auf dem Etikett deutlich besser.

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