Aus dem „dritten Bier“ wird Bier: Sapporo stuft zwei Marken um
Im Zuge der japanischen Alkoholsteuerreform hat Sapporo die Marken GOLD STAR und Mugi to Hop in die Kategorie Bier überführt; sie sind seit dem 20. Oktober im Handel.

Sapporo Breweries, eine der großen japanischen Brauereien, hat angekündigt, dass die beliebten Preiseinsteiger Sapporo GOLD STAR und Sapporo Mugi to Hop steuerrechtlich nicht mehr als „neues Genre“, sondern als „Bier“ eingestuft werden. Die Änderung erfolgt im Zuge der Alkoholsteuerreform vom Oktober 2026; die Dosenprodukte kamen am 20. Oktober in ganz Japan in den Handel. Die günstigen bierähnlichen Getränke, die in Japan als „drittes Bier“ bekannt waren, gehören damit offiziell zu den Bieren.
Das Steuersystem, das das „dritte Bier“ hervorbrachte
Die japanische Alkoholsteuer unterteilte bierähnliche Getränke lange nach Malzanteil und Rohstoffen in feine Kategorien. Getränke mit wenig Malz oder mit Rohstoffen, die nicht unter die Bierdefinition fallen, wurden als „Happoshu“ (schwach malzhaltiges Schaumgetränk) eingestuft, solche in einer noch niedrigeren Steuerklasse als „neues Genre“. Sie wurden günstiger als Bier verkauft. GOLD STAR und Mugi to Hop waren bisher Produkte des neuen Genres. Nachdem die Reform den Steuersatz für bierähnliche Getränke vereinheitlicht hat, hat Sapporo die Herstellung beider Marken überarbeitet und sie zu Produkten gemacht, die die Anforderungen an Bier erfüllen. Das Unternehmen will seine Biere in drei Preisklassen anbieten: „Premium“, „Mainstream“ und „Economy“. Diese beiden Marken bilden den Kern der Economy-Klasse.
Was sich beim Brauen geändert hat
Bei GOLD STAR wurde das eigene Brauverfahren erneuert, mit dem Ziel eines spritzigen Mundgefühls und eines sauberen Abgangs mit wenig Nebengeschmack. Besonderes Merkmal ist, dass teilweise deutscher Aromahopfen verwendet wird. Bei Mugi to Hop wurde der Malzanteil erhöht, und teilweise kommt ein Malz zum Einsatz, das europäisches und nordamerikanisches Malz kombiniert; dadurch seien Körper und Fülle, wie man sie von Bier erwartet, gestärkt worden. Beide haben einen Alkoholgehalt von 5 % und werden in 350-ml- und 500-ml-Dosen verkauft. Mugi to Hop gibt es außerdem in 10- und 20-Liter-Fässern für die Gastronomie, die bereits am 13. Oktober vorab auf den Markt kamen.
Was europäische Leser interessieren dürfte

Die in Europa erhältlichen japanischen Biere sind überwiegend Premium-Lagerbiere, doch in Japan selbst haben die Steuern Preis und Stil lange stark geprägt. Die Änderung zeigt, dass Brauereien, sobald der Unterschied bei den Steuersätzen wegfällt, nicht mehr über den niedrigen Preis, sondern über den „Geschmack als Bier“ zu konkurrieren beginnen. Wenn Sie ein japanisches Dosenbier sehen, achten Sie auf die Produktbezeichnung auf dem japanischen Etikett: Angaben wie „Bier“ oder „Happoshu“ verraten, in welcher Kategorie das Getränk hergestellt wurde. Für Leser, die Pils gewohnt sind, ist zudem interessant, dass europäische Rohstoffe das alltägliche japanische Bier tragen, so wie bei GOLD STAR mit seinem deutschen Hopfen.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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