Kanosuke Distillery: Getorfter 'Gogo' nur für Bars
Kanosuke Distillery in Kagoshima hat mit der japanischen Barkette Sake no Bijutsukan den limitierten Single Malt 'Gogo' gemacht, der seit Anfang Oktober ausgeschenkt wird.

Sake no Bijutsukan, eine Barkette mit mehr als 120 Standorten in Japan (betrieben von der NBG Co., Ltd. aus Kyoto), hat gemeinsam mit der Kanosuke Distillery (KANOSUKE) in Hioki in der Präfektur Kagoshima einen eigenen Single-Malt-Whisky aus Japan geschaffen: ‘Gogo’. Seit Anfang Oktober 2026 wird er nach und nach in den Filialen in ganz Japan ausgeschenkt. Es ist die fünfte Abfüllung der Eigenmarke der Kette und die siebte Sorte insgesamt. Die Flasche gelangt nicht in den normalen Spirituosenhandel; sie wird in begrenzter Menge nur über einige Händler in Japan und auf Whisky-Events verkauft.
Vom Shochu-Handwerk zum Whisky
Die Kanosuke Distillery geht auf Komasa Jozo zurück, einen Shochu-Hersteller in Kagoshima an der Südspitze Kyushus. Shochu ist ein japanischer Brand aus Zutaten wie Reis, Gerste und Süßkartoffeln. 1957 brachte der Zweitgenerationsinhaber Kanosuke Komasa ‘Mellow Kozuru’ heraus, einen im Fass gereiften Reis-Shochu, ein Novum in Japan. 2017 führte sein Enkel und Betriebsleiter in vierter Generation, Yoshitsugu Komasa, diesen Anspruch fort und eröffnete eine Destillerie am Strand von Fukiage, wo die Sonne über dem Ostchinesischen Meer untergeht. Lange Gärung, drei Pot Stills unterschiedlicher Form und Reifung in ‘Shochu-Re-Char-Fässern’, also Fässern, in denen Shochu lag und die innen neu ausgebrannt wurden: Das in 140 Jahren Shochu-Herstellung verfeinerte Handwerk bildet die Grundlage des weichen, süßen Geschmacks.
Destillat aus Shochu-Fässern mit sanftem Torf

Im Zentrum von ‘Gogo’ steht Destillat, das in Shochu-Re-Char-Fässern reifte. Dazu kommen Destillate aus unter anderem Bourbonfässern sowie eine kleine Menge rauchiges Destillat aus über Torf getrocknetem Malz. Es ist ein anderes Rezept als beim limitierten ‘Kanosuke Single Malt PEATED’ von 2025. Die Auswahl der Destillate stammt von ‘Kuririn’, einem Whisky-Liebhaber, der auch die Blends betreut. In der Nase finden sich Orange, Aprikose und getrocknete Kaki mit zimtartigen Gewürzen sowie erdiger, heuartiger Torf. Am Gaumen ist er honigweich mit Zitrus und einem Hauch Ingwer, und im Abgang wird der bittersüße Torf nach und nach kräftiger. Der Alkoholgehalt beträgt 48 %. Der Name ‘Gogo’ ist eine alte Schreibweise für ‘Nachmittag’. Er spielt auf das Tierkreiszeichen des Jahres 2026, das Pferd (uma), und auf die Stunden an, in denen der Tag vom Nachmittag in einen lebhaften Abend übergeht.
Genuss aus europäischer Sicht

‘Gogo’ gibt es nur in Bars in Japan, und in europäischen Geschäften wird er so gut wie nie auftauchen. Dennoch ist klar, was Beachtung verdient: die Reifung in Fässern, in denen Shochu lag, eine für den Süden Japans typische Methode. Wer im Fachhandel den Standard-Single-Malt oder eine limitierte Abfüllung von Kanosuke entdeckt, kann ihn mit Scotch aus Sherry- oder Bourbonfässern vergleichen. Laut Hersteller tritt pur auf Eis eine zähflüssige Süße hervor, im Highball dagegen die Rauchigkeit. Eine Destillerie, die man sich merken sollte, als Teil einer neuen Strömung im japanischen Whisky, die aus der Shochu-Tradition erwächst.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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