The Sake Wire

Auch Japans Alkoholika werden teurer: 2913 Produkte im Jahr 2026

Laut einer Erhebung von Teikoku Databank steigen 2026 die Preise für 2913 japanische alkoholische und andere Getränke, soweit bis November bekannt.

Japanische Sakeflaschen im Geschäft
Japanische Sakeflaschen im Geschäft — Foto: Andy Lee (Pexels)

Preiserhöhungen bei Lebensmitteln: das fünfte Jahr in Folge über 10.000 Produkte

Supermarktregale mit Lebensmitteln und Getränken
Supermarktregale mit Lebensmitteln und Getränken — Foto: Gemma C (Unsplash)

Teikoku Databank (TDB), eine Wirtschaftsauskunftei mit Hauptsitz in Tokio, erfasst jeden Monat die Preisanpassungen von 195 großen japanischen Lebensmittelherstellern. Laut der Juli-Ausgabe vom 30. Juni 2026 erreichten die für Januar bis November 2026 geplanten Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und Getränken allein bis Ende Juni 14.902 Produkte. Damit wurden seit Beginn der Erhebung im Jahr 2022 fünf Jahre in Folge mehr als 10.000 Produkte verzeichnet, und auch der bisher niedrigste Jahreswert von 12.520 Produkten aus dem Jahr 2024 wird übertroffen. Allein im Juli waren es 2566 Produkte, bei einer durchschnittlichen Erhöhung von 11 % pro Anpassung. Wird dasselbe Produkt im Jahr mehrmals teurer, wird jede Erhöhung einzeln gezählt; eingerechnet sind auch „versteckte Preiserhöhungen“, bei denen der Preis gleich bleibt, der Inhalt aber kleiner wird. TDB rechnet damit, dass die Jahressumme wie im Vorjahr im Bereich von 20.000 Produkten liegen wird.

Von Shochu und Sake bis zu importiertem Wein: 2913 alkoholische Produkte

Flaschen mit Shochu, Sake und anderen alkoholischen Getränken im Geschäft
Flaschen mit Shochu, Sake und anderen alkoholischen Getränken im Geschäft — Foto: Iban Lopez Luna (Pexels)

Nach Kategorien aufgeschlüsselt entfallen auf „alkoholische und andere Getränke“ 2913 Produkte. Die Spanne ist breit: Happoshu, eine niedriger besteuerte Alternative zu Bier, „Bier der dritten Kategorie“, bierähnliche Getränke aus anderen Zutaten als Malz, importierter Wein, Shochu und Sake. Shochu ist ein japanischer Brand aus Zutaten wie Reis, Gerste und Süßkartoffeln. Zugleich wurde durch eine Änderung des Alkoholsteuergesetzes die Steuer auf Bier gesenkt, und einige Produkte wurden entsprechend günstiger. Innerhalb derselben Alkoholkategorie steigen und sinken die Preise also gleichzeitig.

Hintergrund: die Lage im Nahen Osten und der schwache Yen

Aufgestapelte Transportcontainer in einem Hafen
Aufgestapelte Transportcontainer in einem Hafen — Foto: Timelab (Unsplash)

Am häufigsten wurden als Grund für Preiserhöhungen „höhere Rohstoffkosten“ genannt (92,5 %), gefolgt von „Logistikkosten“ (71,9 %) und „Verpackung und Materialien“ (69,8 %). Verpackung und Materialien lagen 10,5 Prozentpunkte über dem Wert desselben Monats im Vorjahr. Die Unruhen in der Straße von Hormus haben den Preis für Rohöl und für Naphtha, einen Rohstoff für Kunststoffe, steigen lassen, wodurch Lebensmittelfolien, Schalen und Druckfarben teurer wurden. Preiserhöhungen, die mit der Lage im Nahen Osten begründet werden, machen 24,7 % des Gesamtwerts aus. Hinzu kommt, dass der Wechselkurs zeitweise über 160 Yen je Dollar lag und der schwache Yen die Importkosten erhöht. TDB geht davon aus, dass die Hersteller die höheren Kosten noch eine Weile in ihren Preisen weitergeben müssen.

Erfasst werden Produkte für den Hausgebrauch, die in Japan verkauft werden; die Verkaufspreise in Europa lassen sich daraus nicht unmittelbar ablesen. Dennoch sind steigende Kosten für Flaschen, Verpackung und Transport eine Herausforderung, die japanische Erzeuger gemeinsam haben. Wer in Europa Sake oder Shochu auswählt, sollte sich nicht allein vom Preis leiten lassen, sondern auch die Angaben auf dem Etikett beachten. Der Reispoliergrad etwa gibt an, wie viel vom Reiskorn nach dem Polieren übrig bleibt; je kleiner die Zahl, desto mehr wurde abgeschliffen. Solche Angaben lassen erkennen, wie viel Mühe in das Brauen geflossen ist. Statt nur hochpreisigen Ginjo zu probieren, lohnt es sich auch, erschwingliche Junmai und Honjozo auszuprobieren, die zum Alltagsessen passen. Das ist eine kluge Art, in Zeiten steigender Preise Sake zu genießen.

Quellen

Teikoku Databank, „Erhebung zu Preisanpassungen bei 195 großen Lebensmittelunternehmen, Juli 2026“ https://www.tdb.co.jp/report/economic/20260630-neage26y07/

Quellen

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.

Akita-Sake in der EU probieren – ab €6

180-ml-Probierflaschen und volle Flaschen Sake, Wein, Bier und Gin, Versand aus Amsterdam innerhalb der EU.

Zum Shop →