Echigo Beer aus Niigata bringt neue Fruchtbier-Reihe ganz ohne Aromastoffe
Echigo Beer aus Niigata, das sich als Japans "erste Craft-Brauerei" bezeichnet, hat am 16. Oktober die separate Fruchtbier-Marke "Fruit Beer Laboratory" herausgebracht.

Echigo Beer aus der Präfektur Niigata an der Küste des Japanischen Meeres hat eine neue Fruchtbier-Reihe namens “Fruit Beer Laboratory” gestartet. Die Reihe unterscheidet sich in Optik und Namen von der bisherigen Hauptmarke der Brauerei; die erste Sorte kam am 16. Oktober 2026 auf den Markt. Ziel ist es, Menschen, die sonst kaum Bier trinken, für Craft Beer zu gewinnen.
Eine eigene Marke, entstanden aus Bieren für Veranstaltungen

Echigo Beer ist eine traditionsreiche Brauerei, die sich als Japans “erste Craft-Brauerei” (Jibiru) bezeichnet. Jibiru ist der Begriff für die kleinen Brauereien, die nach der Deregulierung der 1990er-Jahre überall in Japan entstanden. Das Unternehmen hatte auf Bierveranstaltungen limitierte Fruchtbiere ausgeschenkt, die gut ankamen; viele wünschten sich daraus ein reguläres Produkt. Deshalb entschied sich die Brauerei bewusst, sich vom traditionellen Design mit dem Ziegenemblem zu lösen. Die Reihe ist als “Labor” inszeniert und wirkt hell und poppig. Auf den Dosen ist ein vierteiliger Comic mit drei Figuren abgedruckt: Aroma, Hop und Dr. Ziege. Auch ein eigener Social-Media-Account der Reihe postet passend zum Comic.
Birne und Beeren: zwei Biere ohne Aromastoffe

Die erste Sorte, “Le Lectier × Weizen-Ale”, enthält Saft der Birne Le Lectier aus der Präfektur Niigata. Es ist ein Ale auf Weizenbasis, dezent süß, weich im Mund und mit frischem Abgang. Die zweite Sorte, “Double Berry × Red Ale”, folgt am 20. November. Sie kombiniert Erdbeersaft aus der Präfektur Tochigi mit Himbeersaft und ergänzt die röstige Note von Karamellmalz. Im Glas zeigt sie sich rubinrot. Beide Biere haben 5 % Alkohol und werden in 350-ml-Dosen verkauft. Aromastoffe werden nicht verwendet, sodass der natürliche Duft der Früchte erhalten bleibt.
Warum “Happoshu” und nicht “Bier”?

Nach dem japanischen Alkoholsteuergesetz fallen diese beiden Biere in die Kategorie “Happoshu” (schäumende alkoholische Getränke). Um in Japan als “Bier” zu gelten, muss ein Produkt mindestens 50 % Malz enthalten, und andere Zutaten als Malz dürfen höchstens 5 % des Malzgewichts ausmachen. Diese Reihe erfüllt die Malzvorgabe, doch weil 5 % oder mehr Zutaten aus Früchten stammen, fällt sie aus der Kategorie Bier heraus. Happoshu gilt in Japan oft als billigeres Bier mit wenig Malz, hier ist die Einstufung aber schlicht die Folge der reichlichen Verwendung von Früchten. Das Unternehmen will beide Biere dauerhaft im Sortiment verankern und in etwa einem Jahr eine dritte Sorte herausbringen.
Ein Verkauf in Europa wurde bislang nicht angekündigt. Für Leserinnen und Leser, die belgische Fruchtbiere wie Kriek und Framboise kennen, lohnt sich der Blick darauf dennoch als Versuch, dieselbe Idee mit japanischen Früchten umzusetzen. Gerade Le Lectier ist in Europa keine Frucht, die man einfach so bekommt; das Bier bietet also eine gute Gelegenheit, ihren Duft kennenzulernen. Sollte man eine Dose in die Hände bekommen, lohnt es sich, sie wie von der Brauerei empfohlen zu Essen oder Dessert zu probieren und zu prüfen, wie der Geschmack so gestaltet ist, dass er nicht zu süß wird. Informationen zu neuen Produkten werden nach und nach über die Accounts “fruitbeerken” auf X und Instagram veröffentlicht.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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