The Sake Wire

Neue japanische Craft-Biere, darunter eines mit Hefe aus Baumwollblüten

Eine Bio-Baumwollmarke braut Bier mit Hefe aus Baumwollblüten, und eine Brauerei in Miyagi verwendet weggeworfene Feigenblätter für ein Saison.

In ein Glas eingeschenktes Craft-Bier
In ein Glas eingeschenktes Craft-Bier — Foto: Donovan Kelly (Pexels)

Beim japanischen Craft-Bier setzen sich immer mehr Brauer nicht nur durch die Wahl von Hopfen und Malz ab, sondern auch dadurch, woher sie ihre Hefe beziehen und wie sie Materialien nutzen, die sonst weggeworfen würden. Zwei Neuheiten, die am 14. September 2026 allgemein in den Verkauf kamen, zeigen diesen Trend sehr gut.

‚Wata no Buryu‘ einer Bio-Baumwollmarke

Baumwollblüten und eine aufgeplatzte Kapsel, aus der weiße Baumwolle hervorschaut
Baumwollblüten und eine aufgeplatzte Kapsel, aus der weiße Baumwolle hervorschaut — Foto: Mark Stebnicki (Pexels)

Die Avanti Co., Ltd. mit Sitz in Shinjuku, Tokio, betreibt PRISTINE, eine Marke für Bio-Baumwollprodukte. Das erste Bier dieser Marke ist ‚Wata no Buryu‘. Sein wichtigstes Merkmal ist, dass es mit Hefe gebraut wird, die aus in Japan angebauten Baumwollblüten gewonnen wurde. In der Welt des Sake ist die aus Blüten isolierte „Blütenhefe“ bekannt, doch sie aus Baumwollblüten zu gewinnen und dazu noch für Bier zu verwenden, ist neu.

Verwendet wird Biomalz, doch nach dem japanischen Alkoholsteuergesetz wird das Getränk als Happoshu eingestuft (ein schäumendes alkoholisches Getränk auf Malzbasis). Das ist eine typisch japanische Regelung, bei der der Malzanteil und die Art der Zusatzstoffe ein Getränk in eine andere Kategorie als Bier einordnen. Es gibt zwei Sorten. ‚White Label‘ zeichnet sich durch eine weiche Süße aus, die vom Koji stammt (gedämpfter Reis oder Ähnliches, auf dem eine Schimmelpilzart gezüchtet wurde, eine Fermentationszutat, die für die Herstellung von Sake und Miso unverzichtbar ist). ‚Green Label‘ verwendet frischen japanischen Hopfen und Hatomugi, ein Getreide, das im Englischen Job’s tears heißt. Beide kosten 880 Yen und werden im offiziellen Onlineshop und an anderen Stellen verkauft.

Ein Saison aus Feigenblättern, die weggeworfen worden wären

Ein tief eingeschnittenes Blatt und junge Früchte an einem Zweig
Ein tief eingeschnittenes Blatt und junge Früchte an einem Zweig — Foto: Zaid Ahmed (Pexels)

Falò Brewing, betrieben von der Falò Co., Ltd. in Yamamoto in der Präfektur Miyagi (an der Pazifikküste der Region Tohoku im Norden Honshus), hat ein neues Bier namens ‚Kaeru‘ herausgebracht. Verwendet werden Feigenblätter, die sonst weggeworfen werden. Feigenblätter haben einen süßen, eigenwilligen Duft, der an Zimt und Kokos erinnert. Die Brauerei kombinierte sie mit Saison, einem Bierstil, der auf belgischen Bauernhöfen entstand. Der süße Duft der Blätter legt sich über die fruchtigen, würzigen Aromen der Saison-Hefe. Die Idee, aus ungenutzten Ressourcen Wert zu schaffen, deckt sich auch mit dem Nachhaltigkeitsdenken, das sich in Europa ausbreitet.

So können europäische Leser diese Geschichte genießen

Ein hellgoldenes Ale, serviert mit Weißschimmelkäse und Nüssen
Ein hellgoldenes Ale, serviert mit Weißschimmelkäse und Nüssen — Foto: Gonzalo Guzmán García (Pexels)

In den Primärquellen ist bei keiner der beiden Marken von einem Verkauf im Ausland die Rede. Dennoch geben diese beiden Biere Aufschluss darüber, wo das japanische Craft-Bier heute steht. Bemerkenswert sind zwei Dinge: Hefe aus lokalen Pflanzen zu gewinnen und japanische Fermentationszutaten wie Koji im Bier zu verwenden. Wenn Sie bei europäischen Händlern, die japanisches Craft-Bier führen, die Etiketten ansehen, achten Sie auf die Angaben zu Hefe und Zusatzstoffen. Wer die Welt dieser beiden Biere zu Hause erleben möchte, kann ein in Europa erhältliches Saison zu Desserts mit Feigen oder Kokos reichen. In japanischen Vorstellungsartikeln wird empfohlen, ein Bier mit sanfter Süße wie ‚White Label‘ zu Camembert und Nüssen zu genießen.

Quellen

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.

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