The Sake Wire

Awamori stellt sich der Hürde „starker Alkohol“ und sucht bei sinkendem Konsum neue Fans

Mit dem wachsenden Gesundheitsbewusstsein und dem Trend zu weniger Alkohol in Japan sinkt der Absatz von Awamori, dem traditionellen Destillat Okinawas; die Branche will das Image des „starken Alkohol

Awamori ist ein traditionelles Destillat aus Okinawa, der südlichsten Präfektur Japans. Laut einem Bericht des Okinawaer Senders Ryukyu Broadcasting vom Juli 2026 geht der Absatz von Awamori weiter zurück, da sich in Japan ein Lebensstil ausbreitet, bei dem man aus Gesundheitsgründen weniger Alkohol trinkt oder nur in Maßen genießt. Der Bericht ging der Frage nach, wie die Branche diesen schwierigen Markt zu meistern versucht.

Was für ein Getränk ist Awamori?

Im Unterschied zu Sake, der gebraut wird, ist Awamori ein Destillat auf Reisbasis. Verwendet werden in der Regel Langkornreis wie Thai-Reis und der in Okinawa überlieferte schwarze Koji-Pilz; die vergorene Maische wird nur ein einziges Mal in einer Pot Still destilliert. Awamori, der drei Jahre oder länger gereift ist, heißt „Koshu“ (auf Okinawanisch „Kusu“) und ist für seine runde Milde und sein tiefes Aroma geschätzt. 2024 wurde die traditionelle japanische Brautechnik mit Koji-Pilz in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen; Awamori gilt als Teil davon.

Das Image des „starken Alkohols“ als Hürde

Gläser, die mit leichteren Getränken angestoßen werden
Gläser, die mit leichteren Getränken angestoßen werden — Foto: cottonbro studio (Pexels)

Wie die Schlagzeile des Berichts fragt, gibt es die Ansicht, dass Awamori als „starker Alkohol“ wahrgenommen und deshalb gemieden wird. Hochprozentige Destillate sind für Menschen, die weniger trinken möchten, oft schwer zugänglich. Diese Entwicklung deckt sich mit der Lage in Europa, wo das Angebot an alkoholarmen und alkoholfreien Getränken wächst.

Auf der Suche nach neuen Fans

Ein Highball aus Destillat mit Sprudelwasser
Ein Highball aus Destillat mit Sprudelwasser — Foto: cottonbro studio (Pexels)

Die Branche will dieses Image abschütteln und Menschen erreichen, die bisher keinen Awamori getrunken haben. Der Bericht befasst sich mit den Strategien der Hersteller, doch aus dem veröffentlichten Auszug lassen sich die Einzelheiten der Maßnahmen nicht entnehmen. Allerdings wird Awamori seit jeher mit Wasser oder Sprudelwasser verdünnt getrunken, wobei jeder die Stärke selbst einstellt. Dass sich die „Stärke“ durch die Art des Trinkens verändern lässt, könnte neuen Trinkern den Einstieg erleichtern.

Wer in Europa Awamori sucht, wird in japanischen Lebensmittelgeschäften, Fachhandlungen für japanische Getränke und Onlineshops fündig; auf dem Etikett sollte man auf die Angabe „Awamori“ oder „Kusu“ achten. Für das erste Mal empfiehlt es sich, ihn nicht pur, sondern mit Wasser oder Sprudelwasser und Eis zu trinken; so lassen sich das weiche, süße Reisaroma und die Fülle des schwarzen Koji leichter wahrnehmen. Gereiften Koshu genießt man am besten in kleinen Mengen und langsam; eine Kombination mit Schweinefleischgerichten oder reifem Käse ist einen Versuch wert. Wer weiß, dass ein Getränk aus einer Tradition, die zum UNESCO-Kulturerbe zählt, gerade nach einer „nicht zu starken“ Genussweise sucht, schmeckt sein Glas vielleicht anders.

Quellen

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.

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