Miyashita Shuzo, eine über 100 Jahre alte Sake-Brauerei aus Okayama, steigt in die Weinherstellung ein
Miyashita Shuzo, eine über 110 Jahre alte Sake-Brauerei in Okayama, hat eine Weinlizenz erhalten und produziert nun Wein, einschließlich eigenem Rebanbau.

Ein Sake-Brauer stellt nun auch Wein her. Miyashita Shuzo, eine Brauerei in der Stadt Okayama in der Präfektur Okayama mit mehr als 110 Jahren Geschichte, hat eine Lizenz zur Weinherstellung erhalten und mit dem Anbau von Reben als Rohstoff begonnen. Laut der Nihon Keizai Shimbun stellt das Unternehmen bereits Bier, Whisky und Gin her. Dass eine japanische Sake-Brauerei ein derart breites Spektrum an Getränken produziert, ist landesweit selten; der Schritt wird als Wandel von der Sake-Brauerei zum „Gesamtanbieter alkoholischer Getränke“ beachtet.
Aus Brachland wird ein Weinberg

Miyashita Shuzo hat im Stadtteil Makiyama im Bezirk Kita der Stadt Okayama rund 9.000 Quadratmeter ungenutztes Ackerland gepachtet und es „Makiyama-Weinberg“ genannt. In ländlichen Regionen Japans nimmt die Zahl der nicht mehr bewirtschafteten Flächen unter anderem wegen der Überalterung zu, und die Nutzung solcher Flächen ist eine große Herausforderung. Die Präfektur Okayama ist als Anbaugebiet der weißen Traube Muscat of Alexandria bekannt und stellt mehr als 90 % der inländischen Produktion. Eine Region, die für hochwertige Tafeltrauben bekannt ist, sucht nun einen neuen Weg: den Anbau von Trauben für Wein.
Warum eine Sake-Brauerei so viele Getränke herstellt
In Japan werden Herstellungslizenzen für jede Art alkoholischer Getränke getrennt vergeben; eine Brauerei, die viele verschiedene Getränke herstellen will, muss daher für jedes eine eigene Lizenz erwerben. Miyashita Shuzo hat bereits zuvor Craft-Bier in Dosen mit Omachi, einem Sake-Reis aus Okayama, als Zusatzrohstoff sowie Whisky aus Mais, der auf brachliegendem Ackerland angebaut wurde, hergestellt. Der rote Faden ist die Nutzung lokaler landwirtschaftlicher Erzeugnisse und ungenutzter Flächen. Die beim Sake erworbene Fermentationstechnik und die Verbundenheit mit der Region werden auf weitere Getränke ausgeweitet. Angesichts des stagnierenden Sake-Konsums im Inland lässt sich das als eine Überlebensstrategie verstehen.
Für europäische Leser: Worauf man achten sollte

Es wird noch dauern, bis dieser Wein Europa erreicht, doch der Trend zu „Wein und Whisky von Sake-Brauereien“ könnte sich künftig weiter ausbreiten. Wer japanische Getränke sucht, sollte nicht nur auf die Marke auf dem Etikett achten, sondern auch auf den Namen der Brauerei dahinter. Wer Sake derselben Brauerei neben deren Bier oder Gin probiert, erkennt Unterschiede bei Rohstoffen, Wasser und Gärphilosophie. Wir sind gespannt, wie der Wein aus Okayama, einer berühmten Muskat-Anbauregion, schmecken wird.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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