The Sake Wire

Komagatake mit IPA-Fass-Finish: Wie Bierfässer dem Whisky ein neues Gesicht geben

Hombo Shuzo hat Ende Juli in limitierter Menge einen Single Malt Komagatake veröffentlicht, veredelt in Fässern, in denen IPA des hauseigenen Minami Shinshu Beer reifte.

Bild von Single-Malt-Whisky, der in ein Reifungsfass gegossen wird
Bild von Single-Malt-Whisky, der in ein Reifungsfass gegossen wird — Foto: Geert Rozendom (Pexels)

In der japanischen Whiskyherstellung wird weiter mit den Fässern für das Finish experimentiert, um die geschmackliche Bandbreite zu erweitern. Sherry- und Weinfässer sind üblich, Bierfässer dagegen noch selten. Hombo Shuzo, 1872 gegründet, ist ein Getränkehersteller, der unter anderem Shochu, Whisky, Wein und Pflaumenlikör produziert; den Whisky stellt das Unternehmen unter dem Namen Mars her. Am 14. Juli 2026 gab das Unternehmen eine neue limitierte Abfüllung der Mars-Komagatake-Destillerie in der Präfektur Nagano bekannt: “Single Malt Komagatake IPA Cask Finish Bottled in 2026”.

Finish in IPA-Fässern der eigenen Brauerei

Hopfen und Brauanlage, Quelle von Aroma und Bittere im Bier
Hopfen und Brauanlage, Quelle von Aroma und Bittere im Bier — Foto: Donovan Kelly (Pexels)

Beim “Finish” wird der Whisky für die letzte Phase der Reifung in ein anderes Fass umgefüllt, sodass sich dessen Aromen darüberlegen. Verwendet wurden hier leere Fässer, in denen India Pale Ale (IPA) in der Brauerei Minami Shinshu Beer Komagatake reifte, die Hombo Shuzo betreibt. IPA ist ein Bierstil mit ausgeprägtem Hopfenaroma und kräftiger Bittere; diese Brauerei verwendet reichlich Hopfen und gibt dem Bier eine mitteltiefe Farbe. Da ein und dasselbe Unternehmen sowohl Whisky als auch Bier herstellt, können die Fässer intern weitergereicht werden, statt extern eingekauft zu werden. Genau das macht diese Flasche so interessant.

Minze, Limette und ein bitterer Nachklang

Ein Whisky-Highball mit Minze und Limette
Ein Whisky-Highball mit Minze und Limette — Foto: Tim Durand (Pexels)

Laut Hersteller steigt zunächst ein frischer, minzartiger Duft auf, gefolgt von der Vanillesüße aus dem Fass und saftigen, limettenartigen Fruchtaromen. Im Abgang strafft eine klare Bittere des IPA das Ganze. Die einzige Zutat ist Malz (gemälzte Gerste), der Alkoholgehalt liegt mit 52 % recht hoch. Die Flasche fasst 700 ml, die unverbindliche Preisempfehlung in Japan beträgt 9.000 Yen (ohne Steuer). Sie wurde in limitierter Menge verkauft. Der Hersteller hebt besonders hervor, wie gut sie zu einem Highball passt.

Diese Flasche ist eine limitierte Abfüllung für den japanischen Markt; ein Vertrieb in Europa ist bislang nicht angekündigt. Seit der Veröffentlichung sind drei Monate vergangen, daher ist sie möglicherweise schon aus den Regalen verschwunden. Wer sie suchen möchte, kann bei einem auf japanischen Whisky spezialisierten Fachhandel unter der Bezeichnung “Mars Komagatake IPA Cask Finish” nachfragen. Sollten Sie eine Flasche bekommen, probieren Sie sie zuerst pur und achten Sie darauf, wie weit Sie das grüne Aroma des Hopfens wahrnehmen. Mit 52 % ist sie kräftig; ein paar Tropfen Wasser machen die Veränderungen im Aroma leichter erkennbar. Mischen Sie sie danach, wie vom Hersteller empfohlen, mit Sodawasser und vergleichen Sie, wie sich das Limettenaroma entfaltet. In Regionen, in denen Craft Beer vertraut ist, etwa Belgien, den Niederlanden und Deutschland, bietet sich auch eine Verkostung an, bei der man ein lokales IPA danebenstellt und in Bier und Whisky nach denselben Hopfennuancen sucht.

Quellen

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.

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