„Japanischer Bourbon“ aus Mishima: zwei junge Neuheiten
Eine Destillerie in Mishima (Präfektur Shizuoka) bringt am 11. November zwei neue Abfüllungen ihres Bourbon-Style-Whiskys „Little K“ heraus, weniger als zwei Jahre in neuen Fässern gereift.

Beim Stichwort japanischer Whisky denken viele an Single Malts nach schottischem Vorbild. Am Fuß des Fuji, in Mishima in der Präfektur Shizuoka, hat sich dagegen eine kleine Destillerie namens Distillery Water Dragon ganz auf Whisky nach dem Vorbild des amerikanischen Bourbons spezialisiert. Der Betreiber Whiskey&Co. (Firmensitz Tokio) hat angekündigt, am 11. November 2026 gleichzeitig zwei Neuheiten der unter zwei Jahre gereiften Reihe „Little K“ herauszubringen: „Little K 2026 2nd“ und die neue Reihe „Little K mellowship“.
Ein Whisky, der seine Jugend im Namen trägt

Um in den USA als „Straight Bourbon“ zu gelten, muss ein Whiskey mindestens zwei Jahre in neuen Fässern aus Weißeiche reifen. Whiskey&Co. stellt unter dem Motto „Japanese “Bourbon Whiskey” Style“ Whisky nach demselben Verfahren her und stellte dabei fest, dass auch die jüngere Phase davor einen eigenen Reiz hat. In Japan nennt man kurz gereiften Whisky üblicherweise „Newborn“, doch diese Destillerie wählte bewusst den Namen „Little K“.
Mit jeder Abfüllung ist die Reifezeit der Reihe länger geworden. Die erste Abfüllung im Juni 2025 war ein Blend aus Destillaten, die 10 und 13 Monate gereift waren. Die nun vierte Abfüllung, „2026 2nd“, vereint neun Fässer mit 23 Monaten Reifung in neuem Holz, die längste Reifezeit der Reihe. Die erste Abfüllung gewann bei dem internationalen Wettbewerb The World Whisky Masters 2025 eine Master Medal, die zweite bei der Tokyo Whisky & Spirits Competition 2026 die höchste Goldauszeichnung. Alle drei Abfüllungen bis zur dritten sind ausverkauft.
Eine weiche neue Reihe aus Weizen

Bisher wurde Little K aus Mais, Roggen und Malz hergestellt. Die neue Reihe „mellowship“ verwendet statt Roggen Weizen. Roggen sorgt für Würze, Weizen für einen süßen, weichen Mundeindruck. Als weiteres Merkmal nennt der Hersteller einen langanhaltenden Nachklang.
Beide gibt es in 375-ml-Flaschen zu je 4.950 Yen (inklusive Steuer). „2026 2nd“ hat 61 % Alkoholgehalt und ist auf 4.300 Flaschen limitiert, „mellowship“ hat 54 % und ist auf 2.200 Flaschen limitiert.
In Mishima gemacht, nur für Mishima

Der Whisky von Whiskey&Co. wird mit dem Motto „in Mishima geboren, in Mishima aufgewachsen, nur im Raum Mishima verkauft“ beworben. Er wird in der Destillerie in Mishima gebrannt und im Stadtgebiet in Fässern gereift, und im Laden ist er nur in Mishima und Umgebung erhältlich. An Restaurants und Bars wird dagegen in ganz Japan geliefert. Außerdem können Inhaber der digitalen Token des Unternehmens online bevorzugt kaufen. Das Ziel des Unternehmens ist es, kleine, regional verwurzelte urbane Destillerien im ganzen Land zu verbreiten.
Eine Flasche Little K in Europa zu finden, dürfte derzeit schwierig sein. Dennoch zeigt diese Reihe eine noch junge Strömung: den „japanischen Bourbon-Stil“. Der Reiz kurz gereifter Whiskys aus neuen Fässern liegt darin, dass man die Fasssüße, etwa nach Vanille und Karamel, und die Kraft junger Getreide zugleich wahrnimmt. Wer einen gut erhältlichen amerikanischen Bourbon mit Roggenanteil mit einem „Wheated“-Typ vergleicht, versteht den Unterschied, den mellowship anstrebt, leichter. Da der Alkoholgehalt hoch ist, empfiehlt es sich auch, etwas Wasser hinzuzufügen und zu beobachten, wie sich das Aroma verändert. Es bleibt spannend, wie diese Reihe, die ihre Reifezeit Schritt für Schritt verlängert hat, bei künftigen Wettbewerben abschneiden wird.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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