Kyo-701: Süßkartoffel-Shochu, nur mit Sake-Hefe vergoren, aus Kyotango
Die Shochu-Brennerei Pasona Tango Kura im Norden Kyotos bringt Kyo-701 auf den Markt, einen nur mit Sake-Hefe vergorenen Süßkartoffel-Shochu mit aprikosenartigem Aroma. TWSC-Bronze.

Shochu ist ein japanischer Brand aus Zutaten wie Reis, Gerste und Süßkartoffeln. Imo-Shochu aus Süßkartoffeln ist für sein erdiges, kräftiges Aroma bekannt. Nun ist eine neue Flasche erschienen, für die ausschließlich die Hefe verwendet wird, die auch beim Brauen von japanischem Sake (Seishu) zum Einsatz kommt. Es ist Kyo-701, das die Pasona Tango Kura Co., Ltd. aus Kyotango in der Präfektur Kyoto am 5. August 2026 auf den Markt gebracht hat.
Süßkartoffel-Shochu mit Sake-Hefe

Kyotango liegt an der Nordspitze der Präfektur Kyoto am Japanischen Meer. Pasona Tango Kura stellt hier ausschließlich Süßkartoffel-Shochu her und verwendet dafür vor Ort angebaute Süßkartoffeln namens “Kyo Kansho”. Sie haben eine kastanienartige, mehlige Textur und werden bei der Lagerung süßer. Das Brauwasser stammt aus einer Quelle des Berges, der vom örtlichen Kotohira-Schrein verehrt wird.
Die Brennerei nutzt ein Gebäude, das früher eine Sake-Brauerei war, und ihr Toji (Braumeister) hat Erfahrung im Sake-Brauen. Auf dieser Grundlage hat die Brennerei bereits früher mit Shochu aus Sake-Hefe experimentiert. Für Shochu wird normalerweise eine eigens dafür entwickelte Hefe verwendet. Kyo-701 ist der erste Süßkartoffel-Shochu der Brennerei, der gänzlich ohne Shochu-Hefe auskommt und ausschließlich mit der Sake-Hefe Kyokai Nr. 701 vergoren wird, die von der Brewing Society of Japan vertrieben wird.
Aprikosenaroma durch Gärung bei niedriger Temperatur und Vakuumdestillation
Um den Eigenschaften der Sake-Hefe gerecht zu werden, wird die Maische (Moromi) bei einer niedrigeren Temperatur vergoren, als bei Süßkartoffel-Shochu üblich ist. Zur Destillation setzt die Brennerei die Vakuumdestillation ein, bei der der Druck im Kessel gesenkt wird, sodass die Flüssigkeit bei niedrigerer Temperatur siedet; der Alkoholgehalt wurde auf 25 % eingestellt. Laut der Brennerei zeichnet er sich durch ein leuchtendes, aprikosenartiges Aroma, einen weichen Mundeindruck und einen sauberen Abgang aus. Er wird aus Süßkartoffeln aus Kyotango und Reis-Koji aus japanischem Reis hergestellt, kommt in 720-ml-Flaschen und kostet in Japan 4.950 Yen inklusive Steuer.
Dieser Shochu gewann in der Kategorie Shochu und Awamori der Tokyo Whisky & Spirits Competition (TWSC) 2026, einem internationalen Spirituosenwettbewerb in Tokio, eine Bronzemedaille. Auch die Hauptmarke der Brennerei, Imotan HIKO, erhielt Bronze.
Derzeit wird er hauptsächlich über Onlineshops in Japan verkauft, doch die Brennerei plant, künftig auch Vertriebswege im Ausland zu erschließen. Wer in Europa nach Süßkartoffel-Shochu sucht, kann auf dem Etikett oder in der Produktbeschreibung auf “sake yeast” oder “reduced-pressure distillation” achten; das hilft, den leichten, aromatischen Typ zu erkennen. Mit 25 % vol. liegt die Stärke im üblichen Rahmen für Shochu, und er lässt sich pur, auf Eis oder mit Wasser genießen. Um das Aroma zu prüfen, probieren Sie ihn zunächst leicht gekühlt im Weinglas. Wie weit kann allein die Hefe das Aroma einer Spirituose verändern? Auch für Kenner von Whisky oder Brandy ist das ein lohnender Vergleich.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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