The Sake Wire

Akita plant vier Jahre für Sake-GI und mehr Exporte

Akita legt einen Plan bis 2029 vor: GI-Status und Markenaufbau für lokalen Sake, rund 1,5-fache Exporte von Lebensmitteln und Sake.

Winterliche Szene mit Reisfeldern und einer Sake-Brauerei (Symbolbild)
Winterliche Szene mit Reisfeldern und einer Sake-Brauerei (Symbolbild) — Foto: Tk (Unsplash)

Exporte sollen in vier Jahren auf das rund 1,5-Fache steigen

Landschaft mit reifenden Reisfeldern in Japan
Landschaft mit reifenden Reisfeldern in Japan — Foto: Huu Huynh (Pexels)

Die Präfektur Akita ist eine Reisregion im Norden der japanischen Hauptinsel Honshu und liegt am Japanischen Meer. Sie ist seit jeher als Region mit reger Sake-Brautradition bekannt. Im März 2026 hat die Präfektur den “Aktionsplan zur Förderung der Lebensmittelindustrie der Präfektur Akita” ausgearbeitet und im April veröffentlicht. Er gilt für die vier Jahre vom Haushaltsjahr 2026 bis zum Haushaltsjahr 2029. Der neue Gesamtplan der Präfektur, der im selben Haushaltsjahr beginnt, enthält einen Bereich “Tourismus und Austausch”; dieser Aktionsplan konkretisiert darin die Politik für die Lebensmittelindustrie. Er nennt sogar, mit welchen Projekten sie umgesetzt werden soll. Besonders auffällig ist das Exportziel. Die Präfektur will die gemeinsamen Exporte von verarbeiteten Lebensmitteln und Sake von 990 Millionen Yen auf 1,52 Milliarden Yen steigern, also auf rund das 1,5-Fache. Als wichtigste Zielmärkte werden unter anderem Taiwan, Südkorea und Hongkong genannt.

Rückenwind durch die UNESCO-Eintragung: den Namen der Region mit einer GI schützen

Sake-Flaschen und Braufässer in einer Brauerei
Sake-Flaschen und Braufässer in einer Brauerei — Foto: Florian Grewe (Pexels)

Hintergrund des Plans ist die Aufnahme der japanischen “traditionellen Sake-Herstellung” in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Die Technik, mit Koji aus Reis Sake zu brauen, wurde international gewürdigt. Die Präfektur sieht darin eine Chance, den Sake aus Akita bekannter zu machen. Eine der Säulen ist das Bestreben, für den Sake der Präfektur eine geografische Angabe (GI) zu erhalten. Eine GI ist ein System, bei dem der Staat an eine Herkunftsregion gebundene Qualität und Eigenschaften anerkennt und den Namen schützt. Der Gedanke ist der Ursprungsbezeichnung bei Wein verwandt. Die GI “Japanischer Sake”, die für ganz Japan gilt, ist durch das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen Japan und der EU bereits auch innerhalb der EU geschützt. Käme eine GI auf Präfekturebene hinzu, würde die Frage “Wo wurde dieser Sake hergestellt?” auf dem Etikett mehr Gewicht erhalten. Neben der GI will die Präfektur auch den Aufbau einer Marke für den Sake aus Akita vorantreiben.

Was der Plan aus europäischer Sicht bedeutet

Die im Plan genannten Exportziele sind überwiegend nahe gelegene asiatische Märkte. Dennoch ist das Bestreben, auf regionaler Ebene eine GI zu erlangen und eine Marke aufzubauen, auch für Sake-Freunde in Europa von Belang. In der Sake-Welt wird die Präfektur oder Region, in der ein Sake hergestellt wurde, ähnlich wie beim Wein zunehmend zu einem Anhaltspunkt für die Auswahl.

Wenn Sie in Europa Sake aus Akita entdecken, achten Sie auf die Herkunftsangabe auf dem Etikett. Sollte die GI für Akita künftig Wirklichkeit werden, wäre diese Angabe ein Merkmal für Qualität und Herkunft. Schenken Sie den Sake in ein Weinglas ein und vergleichen Sie das Aroma gekühlt und bei annähernd Zimmertemperatur; vielleicht spüren Sie dann die Bandbreite an Geschmack, die aus Reis und Koji entsteht. Wie werden Japans Regionen ihren eigenen Sake mit der UNESCO-Eintragung als Anlass der Welt präsentieren? Akitas Vierjahresplan dürfte ein hilfreicher Anhaltspunkt sein, um diese Entwicklung zu verfolgen.

Quellen

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.

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