Gin aus ausgedünnten Äpfeln als Begleiter der japanischen Küche
Aus unreifen Äpfeln, die Obstbauern in Nagano ausdünnen, entsteht der trockene Craft-Gin „tekaro GIN First Harvest“ für die japanische Küche.

Das Tokioter Start-up tekaro Inc. hat „tekaro GIN First Harvest“ entwickelt, einen Craft-Gin aus „zuerst gepflückten Äpfeln“ aus der Präfektur Nagano. Am 17. September 2026 begann der Vorverkauf auf Makuake, einem japanischen Dienst für unterstützenden Kauf (Crowdfunding). Laut Unternehmen erreichte die Fördersumme schon am ersten Tag 1 Million Yen. Das Ziel war ein „Speisen-Gin“, dessen Aroma man genießen kann und der dennoch dem Essen nicht im Weg steht.
Eine neue Aufgabe für die grünen Äpfel, die ausgedünnt werden

Nagano ist eine gebirgige Präfektur in der Mitte von Honshu und als eine der wichtigsten Apfelregionen Japans bekannt. Apfelbauern führen vom Frühling bis zum Frühsommer „Tekka“ durch, das Ausdünnen der Früchte. Dabei werden junge Früchte entfernt, damit die verbleibenden größer und schmackhafter werden. Die abgepflückten kleinen Früchte sind sehr sauer und hatten bisher kaum eine Verwendung. Was tekaro aufmerksam machte, war der frische, grüne Duft, den nur Früchte in diesem Stadium haben. Der Markenname „tekaro“ verbindet „teka“ aus Tekka mit dem Kanji 路 (ro), das „Weg“ bedeutet, und steht für einen Weg, der übersehene Früchte auf den Tisch bringt.
Kuromoji verleiht japanische Frische

Als Botanicals werden die zuerst gepflückten Äpfel mit Kuromoji, einem Strauch aus der Familie der Lorbeergewächse, der in Japan seit Langem als Duftholz geschätzt wird, sowie unter anderem mit Kamille kombiniert. Im Glas steigt zuerst ein frischer Duft nach grünem Apfel auf, gefolgt von der klaren, kühlenden Note des Kuromoji. Die Süße ist zurückhaltend, der Geschmack trocken, präzise und leicht. Der Alkoholgehalt beträgt 43 %. Der Gin ist so konzipiert, dass er den Verlauf einer Mahlzeit begleitet, von Sashimi, Sushi und Carpaccio über Tempura und Schweinefleischgerichte bis zu kräftig-würzigen Speisen mit Dashi, Sojasauce und Miso. An der Entwicklung beteiligt waren unter anderem Ayumu Yamaguchi, CTO von Ethical Spirits Co., Ltd., zuständig für Destillation und Rezeptur; Sosho Onodera, Inhaber und Barkeeper der Bar Soutsu sowie Leiter der Gin-Forschungsgruppe Gin Lab Japan, der zu Trinkweise und Geschmack beriet; und Torachiyo Tokunaga, Geschäftsführer von Furupro Co., Ltd., der die Äpfel lieferte.
So lässt er sich in Europa genießen

Er ist in zwei Größen erhältlich, 500 mL und 200 mL. Die geplanten Verkaufspreise in Japan betragen 5.940 Yen für 500 mL und 2.860 Yen für 200 mL (inklusive Steuer). Außerdem erscheint eine Konfitüre aus denselben Äpfeln. Der Vorverkauf auf Makuake läuft bis zum 30. Oktober; ein Verkauf im Ausland ist derzeit nicht angekündigt. Dennoch lässt sich die Idee dieses Gins auch an europäischen Tischen leicht ausprobieren. Die Hersteller empfehlen ihn mit Soda im Verhältnis 1 Teil Gin zu 3 bis 4 Teilen Soda oder mit Holunderblüten-Tonic im Verhältnis 1 zu 3. Die Verbindung von in Europa vertrautem Holunderblütenaroma mit japanischen Botanicals dürfte sich auch gut zu Sushi und Tempura kombinieren lassen. Wer japanischen Craft-Gin sucht, kann auf dem Etikett in der Botanical-Liste nach Kuromoji oder japanischen Früchten Ausschau halten. Als Versuch, ungenutzte landwirtschaftliche Erzeugnisse zu verwerten, verdient auch eine künftige Expansion ins Ausland Beachtung.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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