The Sake Wire

Suo-Oshima, Insel im Seto-Binnenmeer, braut nach 20 Jahren wieder Sake

Kawamura Shuzojo auf Suo-Oshima in der Präfektur Yamaguchi nimmt diesen Winter nach rund 20 Jahren das Brauen in der eigenen Brauerei wieder auf, mit Wasser und Reis der Insel.

Eine Landschaft aus Inseln im Seto-Binnenmeer
Eine Landschaft aus Inseln im Seto-Binnenmeer — Foto: Ziv Tsau (Unsplash)

Suo-Oshima ist eine Insel der Präfektur Yamaguchi im Seto-Binnenmeer. Yamaguchi liegt am westlichen Ende von Honshu, der Hauptinsel Japans. Kawamura Shuzojo, 1879 (im 12. Jahr der Meiji-Zeit) auf der Insel gegründet, nimmt diesen Winter nach rund 20 Jahren das Brauen in der eigenen Brauerei wieder auf. Laut der Regionalzeitung Chugoku Shimbun sollen dafür Wasser und Reis der Insel verwendet werden. Das auf der Insel lange unterbrochene Sakebrauen steht vor einem Neubeginn.

Eine ruhende Brauerei wieder in Gang setzen

Eine Sakebrauerei (Symbolbild)
Eine Sakebrauerei (Symbolbild) — Foto: Cindy Bissig (Unsplash)

Kawamura Shuzojo bereitet die Wiederaufnahme des Brauens in der Brauerei im Stadtteil Komatsu auf Suo-Oshima vor. Um einen Teil der Kosten für den Umbau der Brauerei zu decken, wurde eine Crowdfunding-Kampagne gestartet (ein Verfahren, bei dem über das Internet Geld von der Öffentlichkeit gesammelt wird); zu den Gegenleistungen für Unterstützer zählt neuer Sake. Um in einer lange ungenutzten Brauerei wieder Sake herzustellen, sind hohe Kosten für die Instandsetzung von Gebäude und Anlagen nötig. Diese Mittelbeschaffung ist ein realistischer Schritt zur Wiederaufnahme des Brauens.

Ein Sake der Region, gebraut mit Wasser und Reis der Insel

Reifender Reis auf einem Feld, ein Bild, das an den Reis zum Brauen und das Wasser eines fruchtbaren Landes erinnert
Reifender Reis auf einem Feld, ein Bild, das an den Reis zum Brauen und das Wasser eines fruchtbaren Landes erinnert — Foto: Huu Huynh (Pexels)

Am wichtigsten an dieser Wiederbelebung ist, dass alle Zutaten von der Insel stammen. Sake wird aus Reis, Wasser, Koji und Hefe hergestellt. Da Sake zum größten Teil aus Wasser besteht, hängt sein Charakter stark vom Brauwasser und von der Herkunft des Reises ab. Indem man die Zutaten aus einem begrenzten Gebiet, der Insel, bezieht, möchte man dem Sake den Geschmack genau dieses Ortes mitgeben.

In der Präfektur Yamaguchi haben Bemühungen, fast verschwundene Brauereien wieder aufzubauen, schon früher Beachtung gefunden. Ein Beispiel ist Choshu Shuzo in Shimonoseki. Ein lokales Unternehmen übernahm eine Brauerei, die geschlossen werden sollte, und brachte 2020 in einer neu errichteten Brauerei den ersten Sake, Tenbi, auf den Markt. Auch das Vorhaben von Kawamura Shuzojo gehört zu dieser Bewegung, regionale Brauereien an die nächste Generation weiterzugeben.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist kein Verkauf im Ausland angekündigt. Europäischen Lesern empfehlen wir, sich zunächst mit Sake aus Yamaguchi vertraut zu machen. Die Präfektur baut einen eigenen Sake-Reis an, Saito no Shizuku, der nach Yamada Nishiki am zweithäufigsten in der Präfektur angebaut wird. Achten Sie in der Produktliste eines Importeurs auf die Herkunftsangabe „Yamaguchi“. Sollte der Tag kommen, an dem Sake von Suo-Oshima hier erhältlich ist, genießen Sie das junge Aroma des im Winter frisch gepressten neuen Sake zu Meeresfrüchten wie Weißfisch und Schalentieren. Das ist eine passende Kombination für einen Sake, der auf einer Insel im Seto-Binnenmeer entsteht.

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