The Sake Wire

Technik von Kamakura Beer in Suzhou nachgebaut: Gold und Silber bei der ersten Teilnahme

Zwei Flaschenbiere der NOMURA BREWERY in Suzhou, China, gebraut in technischer Partnerschaft mit Japans Kamakura Beer, gewannen bei einem Wettbewerb in Hongkong Gold und Silber.

Ein Glas mit eingeschenktem, trübem weißem Weizenbier
Ein Glas mit eingeschenktem, trübem weißem Weizenbier — Foto: Erik Mclean (Pexels)

Japanisches Craft-Bier nicht exportieren, sondern dort brauen, wo es getrunken wird: Dieser Ansatz hat nun internationale Anerkennung gefunden. Die NAVIGATOR INC. aus Tokio betreibt im ostchinesischen Suzhou in der Provinz Jiangsu die Brauerei NOMURA BREWERY. Die ersten beiden dort gebrauten Flaschenbiere wurden erstmals beim internationalen Bierwettbewerb Asia Beer Challenge 2026 eingereicht und gewannen gleich eine Gold- und eine Silbermedaille.

Gold und Silber bei der ersten Teilnahme: Was die Jury überzeugte

Gläser mit bernsteinfarbenem und trübem Craft-Bier, aufgereiht für die Blindverkostung
Gläser mit bernsteinfarbenem und trübem Craft-Bier, aufgereiht für die Blindverkostung — Foto: Bohdan Stocek (Unsplash)

Die Asia Beer Challenge ist ein internationaler Wettbewerb, der jedes Jahr in Hongkong stattfindet und bei dem Biere aus aller Welt eingereicht werden. Die Juroren sind Einkäufer aus ganz Asien, die im Import, Großhandel, Einzelhandel und in der Gastronomie mit Bier zu tun haben. Da blind verkostet wird, also Marke und Herkunft verdeckt bleiben, steht vor allem die Qualität des Biers selbst im Mittelpunkt. Die Goldmedaille ging an “KAMAKURA BEER Belgian White”, die Silbermedaille an “KAMAKURA BEER Australian Pale Ale”. Das mit Gold ausgezeichnete Belgian White ist ein trüber Stil auf Weizenbasis, den die NOMURA BREWERY eigenständig entwickelt hat, auf der Grundlage von Techniken, die sie von der Kamakura Beer Brewing Co., Ltd. im japanischen Kamakura übernommen hat. Das mit Silber prämierte Pale Ale dagegen ist das bewährte Rezept von Kamakura Beer, nachgebraut mit chinesischer Ausrüstung und unter chinesischen Bedingungen. Das Unternehmen versteht das Ergebnis als Anerkennung seiner “Entwicklungsfähigkeit” und seiner “Reproduktionsfähigkeit”. Als Einreicher wurde zudem nicht die japanische Marke eingetragen, sondern die NOMURA BREWERY in Suzhou, wo tatsächlich gebraut wurde.

Kamakuras Handwerk nach Suzhou gebracht: Brauen vor Ort für die Frische

Das Ziel des Brauens vor Ort ist es, japanische Brautechnik und Qualitätsstandards unverändert mitzubringen und das Bier den Kunden vor Ort in einem Zustand nahe am frisch Gebrauten zu liefern. Die Brauerei produziert jährlich 180 Kiloliter, die Qualität wird von einem japanischen Braumeister überwacht. Im selben Gebäude betreibt das Unternehmen auch ein eigenes japanisches Restaurant, das Nomura Sosaku Nichiryo, in dem japanische Köche und Brauer gemeinsam Kombinationen aus Speisen und Bier entwickeln. Firmenchef Noriyoshi Nomura sagt, er sei weder Koch noch Brauer, und seine Aufgabe sei es, ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder Spezialist seine Stärken entfalten kann. Künftig will das Unternehmen den Verkauf von Flaschenbier in China ausweiten und zusammen mit japanischen Unternehmen und Regionen Produkte für den chinesischen Markt entwickeln.

Was europäische Leser interessieren dürfte

Weizenbier kombiniert mit japanischem Essen
Weizenbier kombiniert mit japanischem Essen — Foto: ibmoon Kim (Unsplash)

Die beiden Biere sind für den chinesischen Markt bestimmt, und die Primärquelle sagt nichts über einen Verkauf in Europa. Dennoch lässt sich an dieser Nachricht etwas genießen. Belgian White ist ursprünglich ein belgischer Stil. Leser in Europa, näher am Ursprung, können sich vorstellen, wie sich die japanische Interpretation unterscheidet, und ein vertrautes belgisches Witbier zu leichten japanischen Gerichten wie Tempura oder Sushi probieren. Als Entwicklung in der Branche ist vor allem wichtig, dass das Modell, japanische Technik ins Ausland zu übertragen und vor Ort zu brauen, bei der Blindverkostung Ergebnisse gebracht hat. Bei Bier wie bei Sake könnte der Unterschied zwischen “in Japan hergestellt” und “mit japanischer Technik hergestellt” künftig eine neue Sichtweise sein, wenn man japanische Getränke auswählt.

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