The Sake Wire

Kurihara in Miyagi bekommt seine erste lokale Craft-Beer-Brauerei

Kurikoma Yama Beer, die erste Craft-Beer-Brauerei in Kurihara (Präfektur Miyagi), eröffnete am 29. August 2026 in einem umgebauten ehemaligen Tofuladen.

Craft Beer (Symbolbild)
Craft Beer (Symbolbild) — Foto: Andrew Patrick Photo (Pexels)

In der Präfektur Miyagi in der Region Tohoku im Nordosten Japans hat die Stadt Kurihara ihre erste Craft-Beer-Brauerei bekommen: Kurikoma Yama Beer, eröffnet am 29. August 2026. Sie liegt in einer alten Einkaufsstraße im Stadtteil Kurikoma und nutzt die umgebauten Räume eines alteingesessenen, inzwischen geschlossenen Tofuladens. In ganz Japan eröffnen kleine Teams weiterhin, abseits der großen Hersteller, Brauereien in kleinen Orten auf dem Land. Das Besondere an dieser Brauerei ist der Ansatz, das Standardbier gemeinsam mit den Gästen festzulegen.

Vom Tofuladen zur Brauerei

Im umgebauten Gebäude befinden sich die Brauanlage und ein Taproom (ein der Brauerei angeschlossener Ausschank), in dem frisch gebrautes Bier vor Ort getrunken werden kann. Inhaber Daiki Miura (46) hat sich das Motto „Bier, das wir gemeinsam mit allen brauen“ auf die Fahnen geschrieben und möchte eine Brauerei aufbauen, die in der Region verwurzelt ist. Das Startkapital wurde per Crowdfunding eingesammelt; rund 500 Menschen aus dem ganzen Land unterstützten das Projekt. Der Weg bis zur Eröffnung der Brauerei wurde in einer Serie auf dem offiziellen YouTube-Kanal begleitet, was zeigt, dass die Region und die Unterstützer schon seit der Vorbereitungsphase einbezogen wurden.

Das Aushängeschild wird nach dem Urteil der Gäste bestimmt

Die Brauerei plant, bis Januar 2027 sechs Biere zu brauen, und wird die Meinungen der Gäste berücksichtigen, um das „Standardbier“ des Hauses festzulegen. Der Name des Standardbiers steht bereits fest: „Kurikoma Yama White“, doch der Inhalt wird erst noch ausgearbeitet – eine ungewöhnliche Reihenfolge. Es ist ein Versuch, die Reaktionen der Trinkenden direkt in die Geschmacksentwicklung einfließen zu lassen, statt nur ein fertiges Produkt zu verkaufen.

Das erste Bier ist ein Weißbier belgischer Prägung

Das zur Eröffnung gebraute Bier basiert auf dem belgischen Weißbier „Belgian White“. Es wurden deutsche und belgische Hopfen verwendet; zum leichten, frischen Trinkgefühl kommt eine Rundheit, die daher rührt, dass das Bier nicht filtriert wird. Der Preis beträgt 770 Yen für 330 Milliliter. Es bleibt spannend, welche eigene Note eine Brauerei in einer kleinen japanischen Stadt entwickelt, wenn sie sich die europäische Bierkultur zum Vorbild nimmt.

Für Leserinnen und Leser in Europa dürfte es schwierig sein, das Bier dieser Brauerei so schnell zu probieren. Dennoch lässt sich im Vergleich mit dem vertrauten Witbier erkennen, wie belgische und deutsche Stile im ländlichen Japan interpretiert werden. Die für ein unfiltriertes Weißbier typische Weichheit und Unterschiede in der Entfaltung des Hopfenaromas dürften dabei gute Vergleichspunkte sein. Auch welchen Geschmack das Standardbier am Ende bekommt, ist in der kommenden Zeit einen Blick wert.

Quellen

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.

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