Rotes Sauerbier im Geist des Bon-Tanzes entsteht in Akita
Inspiriert vom 700 Jahre alten Bon-Tanz in Akita ist ein rotes Sauerbier im Gose-Stil mit regionalen Erdbeeren und Indigo entstanden.

Ein Bier, geboren aus einem Tanz für die Verstorbenen

Die Präfektur Akita liegt an der Küste zum Japanischen Meer im Norden von Honshu, der Hauptinsel Japans. In Ugo im Süden der Präfektur ist das Craft-Bier „Brewed with I : Chapter 1“ entstanden, inspiriert vom sommerlichen Brauch des Nishimonai Bon Odori. Obon ist ein japanisches Sommerfest, bei dem die Seelen verstorbener Familienmitglieder der Überlieferung nach für kurze Zeit zurückkehren. Dieser Bon-Tanz, der seit über 700 Jahren besteht, ist als national bedeutendes immaterielles Volkskulturgut ausgewiesen. Er wurde weniger als Fest denn als Tanz zum Gedenken an die Toten weitergegeben. Geplant wurde das Bier von der Godo Kaisha U, die die Herberge Bon-yado U betreibt, ein umgebautes, 180 Jahre altes Kaufmannshaus. In einer Zeit, in der man sich immer weniger Zeit nimmt, der Trauer zu begegnen, wollte man diesen Geist durch Bier, ein alltägliches Getränk, vermitteln.
Gose als Basis, überlagert mit Erdbeeren und Indigo
Als Basis wurde die Gose gewählt, ein Bierstil deutschen Ursprungs. Sie zeichnet sich durch eine erfrischende, von Milchsäurebakterien stammende Säure und einen dezenten Salzgeschmack aus. Dazu kommen Erdbeeren aus Ugo, die etwa 20 Prozent der Rezeptur ausmachen, Salz von der Oga-Halbinsel und Quellwasser vom Berg Chokai. Als verborgene Note wird Indigo zugesetzt, in Anlehnung an die indigogefärbten Kostüme des Bon-Tanzes. An der Gestaltung von Geschmack und Konzept war das französische Restaurant Remède nikaho in Nikaho beteiligt, ebenfalls in der Präfektur Akita. Gebraut wurde das Bier von der örtlichen Brauerei Ugo Bakushu. Ins Glas eingeschenkt, zeigt es ein leuchtendes Rot. Die Macher beschreiben dieses Rot als Symbol für die nächtlichen Feuerkörbe, für die aus Stoffresten zusammengenähten Tanzgewänder (Hanuki) und für die „Liebe“. Auch die Verpackung besteht aus vielen Schichten und ist so gestaltet, dass schon das schrittweise Öffnen zum Erlebnis wird.
Wie europäische Leserinnen und Leser es genießen können

Das Bier wurde vom 29. Juni bis 30. Juli auf der japanischen Crowdfunding-Plattform Makuake vorab verkauft; die Lieferung war vor Obon vorgesehen. Die Primärquelle enthält keine Angaben zum Verkauf im Ausland. Bemerkenswert ist dennoch, dass die Gose, ein traditioneller europäischer Stil, hier mit japanischem Obst und Salz sowie mit einer Kultur des Totengedenkens verbunden wurde. Wenn Sie in einem Fachgeschäft oder einer Bierbar mit japanischem Craft-Bier ein Sour Ale mit japanischem Obst oder Salz entdecken, lohnt sich ein Versuch. Achten Sie auf das Gleichgewicht von Säure und Salzigkeit sowie darauf, wie sich das Fruchtaroma entfaltet, und vergleichen Sie es mit einer deutschen Gose – so werden vielleicht die Unterschiede sichtbar.
Quellen
Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von The Sake Wire auf Grundlage der oben genannten öffentlichen Quellen verfasst. Die Bilder stammen von uns.
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